Mo, 16. Juli 2018

Kultour

16.01.2018 16:05

Models, Monstera deliciosa und Mozart

Superamas bescherten Szene-Festival "Performing New Europe" einen gelungenen Auftakt:

Das Performing New Europe-Festival bietet in erster Linie der jungen Tanz- und Performance-Szene eine Bühne, dennoch trifft man bei der bereits vierten Auflage auch auf "alte Bekannte".

Die Superamas, die seit Jahren als treue Wegbegleiter der Szene gelten, waren bei "Pneu" bereits 2014 mit einer Installation in den Kavernen zu Gast. Diesmal lud das französisch-österreichische Kollektiv zu einer Modenschau ins Republic.

Das glamouröse Fashion-Spektakel war allerdings nur von kurzer Dauer und endete, in Anlehnung an die Terrorattacken der letzten Jahre, in einem Geiseldrama. Außerdem ließen die Superamas zu ihrem Mix aus Tanz, Musik und Theater auf einer Leinwand Szenarien aus dem 1. WK laufen, die von französischen Schulklassen an Originalschauplätzen nachgestellt wurden.

Zum Nachdenken werden bis 20. Jänner auch die anderen acht Produktionen anregen. Ivana Müller lässt in ihrem Stück "Conversations Out of Place" Freitag und Samstag in der "Arge" neben zwei Frauen und zwei Männern auch eine Pflanze, die Monstera deliciosa auftreten, und führt uns in diesem schrägen Zusammenspiel unseren sorglosen Umgang mit der Umwelt vor Augen.

Unter die Haut dürfte Michikazu Matsune’ Soloperformance "Goodbye" gehen. Der Wahlwiener liest Donnerstag und Samstag im Toihaus Theater nämlich aus Abschiedsbriefen von Maria Theresia, Kurt Cobain oder Stefan Zweig. Das Festival bietet aber nicht nur Tristesse, sondern auch temperamentvolle Tanzperformances.

Zum großen Finale am Samstag wird die gebürtige Argentinierin Cecilia Bengolea gemeinsam mit dem "Bodhi Project" eine flotte Sohle zu Mozart-Symphonien, österreichischen Volkstänzen und Afro-Trap aufs Parkett legen.

Zunächst galt es aber den gelungene Auftakt zu feiern. "Nach unserem erfolgreichen Winterfest, freue ich mich jetzt ganz entspannt das ,Pneu’-Festival zu genießen. Es ist eine tolle Bereicherung für die Salzburger Kulturszene", so Susanne Tiefenbacher. Der kaufmännische Direktor der Salzburger Festspiele Lukas Crepaz betonte die Strahlkraft der Veranstaltung, die weit über Salzburgs Grenzen hinausreicht. "Ich halte es für wichtig, auch der zeitgenössischen Tanz- und Performancekunst eine Plattform und somit den Künstlern einen Austausch am europäischen Parkett zu bieten."

Tina Laske, Kronen Zeitung

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