Do, 18. Oktober 2018

"Gefahr im Verzug"

27.09.2017 09:44

Nazi-Devotionalien: FPÖ wirft Funktionär raus

Der Tiroler FPÖ-Funktionär Martin Hochstöger ist am Dienstag aus der Partei ausgeschlossen worden. Der Grund: Der frühere Präsident der Tiroler Apothekenkammer war wegen des Besitzes von Nazi-Devotionalien in die Kritik geraten. Der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger ortete "Gefahr im Verzug". Die Staatsanwaltschaft Innsbruck kündigte eine Prüfung des Sachverhaltes an.

Hochstöger habe unter anderem in einem Raum hinter seiner Apotheke eine Marmortafel angebracht, die an die Volksabstimmung vom 10. April 1938 in der Oberländer Stadt erinnert, hatte zuvor der Blogger Markus Wilhelm auf tiwag.org berichtet. Die Inschrift erinnert an den 11. März 1938, den Tag der "Heimkehr der Ostmark ins Reich". Darunter zeigt sie das Ergebnis der Volksabstimmung in Landeck, die überwiegend mit Ja-Stimmen endete.

Hitler-Zitat auf Tafel
Dazu ist noch folgender Spruch Adolf Hitlers abgebildet: "Ich habe so gehandelt wie ich es vor meinem Volk und vor der Geschichte verantworten kann." Zudem zeigen die veröffentlichten Bilder eine Vitrine, in der Nazi-Insignien zur Schau gestellt werden: ein SS-Totenkopf mit Eisernem Kreuz auf rotem Tuch sowie ein schwarzes Leibchen mit dem Reichsadler auf der Brust.

"Gebe keinen Kommentar ab"
"Wegen Gefahr im Verzug für unsere freiheitliche Gesinnungsgemeinschaft musste ich Hochstöger mit sofortiger Wirkung aus der FPÖ ausschließen", erklärte Abwerzger. Bereits am Dienstag hatte Hochstöger seine Funktion als Mitglied des Parteivorstands von sich aus niedergelegt. Zu den Vorwürfen selbst sagte er: "Ich gebe dazu keinen Kommentar ab."

SPÖ "entrüstet"
Die Tiroler SPÖ zeigte sich "entrüstet" über die Affäre. "Der FPÖ gelingt es einfach nicht, ihren braunen Sumpf trockenzulegen", kritisierte Landesgeschäftsführer Georg Dornauer. Der neuerliche Vorfall zeige klar, dass rechtsextremes Gedankengut nach wie vor seinen fixen Platz innerhalb der Tiroler FPÖ habe. Der grüne Klubobmann Gebi Mair hatte bereits am Dienstag den Ausschluss Hochstögers gefordert.

 krone.at
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