Mo, 10. Dezember 2018

Zugeständnis an Fans

21.09.2017 07:39

Kein Handshake-Foto VdB's mit dem US-Präsidenten

Für Diskussionen sorgt das offizielle gemeinsame Foto von Alexander Van der Bellen mit Donald Trump im Rahmen der UNO-Vollversammlung in New York. Der Bundespräsident war zum traditionellen Empfang der Staatsoberhäupter des US-Präsidenten geladen - und blickte beim Treffen mit seinem Amtskollegen und dessen Ehefrau Melania doch recht mürrisch drein. Auch das obligate Handschlag-Foto blieb aus. Nun fragen sich viele: Wollte Van der Bellen kein Handshake-Bild mit dem US-Präsidenten - als Zugeständnis an seine Anhänger daheim?

Dass Van der Bellen und Trump in Sachfragen unterschiedliche Positionen haben, offenbarte sich am Dienstag nach der Rede des US-Präsidenten vor der UNO-Vollversammlung, wo dieser Nordkoreas Regime mit der totalen Zerstörung gedroht hatte.

"Trump nicht an Deeskalation von Konflikten interessiert"
"Ich fürchte fast, dass dahinter keine Strategie steht", kritisierte Van der Bellen. Es sei aber "der Eindruck entstanden, dass Trump nicht an einer Deeskalation von Konflikten interessiert ist, sondern dass wir uns Sorgen machen müssen um eine Eskalation". Van der Bellen stimmte der Einschätzung von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) zu, dass die Unsicherheit in der Welt und auch die Gefahr eines Atomkrieges gestiegen seien.

Kritik an Trumps Haltung zum Atomabkommen mit dem Iran
Unverständnis äußerte Van der Bellen auch bezüglich der Haltung des US-Präsidenten zum Atomabkommen mit dem Iran, das Trump infrage stellt. Der Iran halte das Abkommen bisher "auf Punkt und Beistrich ein", so Van der Bellen. "Trump hat auch nicht gesagt, was der Iran nicht erfüllt." Werde das Abkommen aufgekündigt, "stehen wir wieder am Anfangspunkt". Ein besserer Vertrag werde nicht herauskommen, sondern es werde "viele leere Kilometer geben", bis am Ende ein ähnlicher Deal wie der im Jahr 2015 in Wien vereinbarte gefunden werde.

Trumps Brexit-Aussagen "eine Kampfansage an die EU"
Zudem kritisierte Van der Bellen Trump wegen dessen Einstellung zu Angelegenheiten der EU. Trump habe den Brexit einmal als "großartige Sache" bezeichnet, erinnerte der Bundespräsident. Dabei sei der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union "ein ernster Fehler" und "tragischer Irrtum", auch wenn die Entscheidung der Briten "natürlich" respektiert werden müsse. Trumps diesbezügliche Aussagen seien jedenfalls "eine Kampfansage an die EU" gewesen.

Abschließend zeigte sich Van der Bellen gegenüber österreichischen Journalisten "enttäuscht" über Trumps Rede vor der UNO-Vollversammlung: "Wenn ich es boshaft formulieren will, war das eine Rede an seine Wähler in der US-Provinz." Trump habe der "Renationalisierung" das Wort geredet.

 krone.at
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