Mi, 12. Dezember 2018

Laut Zeitung

05.09.2017 21:39

Seoul bereitet "Enthauptungseinheit" gegen Kim vor

Südkorea rüstet massiv auf und simuliert derzeit Angriffe auf nordkoreanische Raketen- und Atomtestanlagen. Abseits der medialen Öffentlichkeit trifft die südkoreanische Führung natürlich auch weitere Vorkehrungen, um auf die jüngste nukleare Eskalation auf der koreanischen Halbinsel zu reagieren. Wie die englischsprachige Zeitung "The Korea Herald" berichtet, will die Regierung in Seoul sogar eine Spezialeinheit gründen, deren Aufgabe es sei, "die Führung des Regimes in Pjöngjang einschließlich Kim Jong Un zu eliminieren."

Die Sondereinheit soll eng mit US-Spezialkräften wie den Seals der US-Navy kooperieren, die bereits Terroristenchef Osama bin Laden getötet haben. "Wir sind jetzt in der Phase der Konzipierung", bestätigte Verteidigungsminister Song Young Moo den Bericht. "Ich glaube, wir können eine solche Enthauptungseinheit bilden und bis zum 1. Dezember operationsfähig machen."

Ziel ist, Pjöngjang gefechtsunfähig zu machen
Laut dem Blatt ist der Plan Teil einer Strategie, Pjöngjang im Falle eines nordkoreanischen Nuklearangriffs mit ballistischen Raketen und Marschflugkörpern gefechtsunfähig zu machen. Zudem sollen konventionelle Waffensysteme Raketenabschussrampen, Nuklearanlagen und unterirdische Kommandostände zerstören. Präsident Moon Jae In wird mit den Worten zitiert, "es ist jetzt entscheidend, machtvolle und praktische Maßnahmen zu ergreifen, damit Nordkorea die Folgen seines Handels realisiert".

UN-Generalsekretär spricht von "gefährlichster Krise"
Das Risiko eines Nuklear-Konflikts mit Nordkorea ist nach Ansicht von UN-Generalsekretär Antonio Guterres die derzeit "gefährlichste Krise" der Welt. Ein Krieg müsse unbedingt verhindert werden, sagte Guterres am Dienstag vor Journalisten in New York. "Die möglichen Konsequenzen einer Militäraktion sind zu schrecklich."

Der UN-Chef verurteilte erneut den nordkoreanischen Atomtest vom Sonntag, bei dem das kommunistische Land nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe gezündet hatte. Guterres rief das Land auf, sich an internationale Verpflichtungen zu halten.

USA für weitere Sanktionen, Russland warnt vor "Hysterie"
Die USA warfen Diktator Kim vor, einen Krieg provozieren zu wollen. US-Präsident Donald Trump will nun im Weltsicherheitsrat innerhalb einer Woche "größtmögliche Sanktionen" durchbringen. Es geht den USA besonders um eine Aussetzung der Öllieferungen aus China nach Nordkorea. Russland und China zögern. Kremlchef Wladimir Putin warnt hingegen vor einer "Intensivierung der militärischen Hysterie", die "in einer globalen Katastrophe münden" könnte. Für Moskau gibt es keinen anderen Weg außer dem gewaltfreien.

Hinter vorgehaltener Hand wird auch schon davon geredet, dass man an dem Punkt angelangt sei, an dem Nordkorea als weitere Atommacht akzeptiert werden müsse. Das ist für den Kreml ebenfalls keine positive geopolitische Entwicklung, doch ein Krieg, an dessen Ende die südkoreanische Machtsphäre mit US-Hilfe ausgeweitet werden könnte, wäre für Putin ebenfalls keine gewünschte Option, haben doch Russland und Nordkorea eine rund 39 Kilometer lange gemeinsame Grenze.

Was passiert am Jahrestag der Staatsgründung?
Die nächste nordkoreanische Provokation wird am kommenden Wochenende erwartet, der 9. September ist nämlich der Jahrestag der Staatsgründung. Medienberichte, wonach eine Interkontinentalrakete an die Westküste des stalinistischen Staates verlegt wurde, deuten in diese Richtung. Im vergangenen Jahr testete das Land an dem Tag ebenfalls eine Atombombe.

Gabor Agardi
Gabor Agardi

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