27.11.2006 12:13 |

"Wenig gemeinsam"

FC Bayern erwägt Ausstieg aus G 14

Der FC Bayern München erwägt aus Unzufriedenheit über die "G 14" einen Rückzug aus der Vereinigung der europäischen Fußball-Großvereine. Bayern-Vorstand Rummenigge stellte im "kicker"-Interview die "Sinnhaftigkeit" der inzwischen 18 Klubs umfassenden Gruppierung in Frage und fand stattdessen positive Worte für die internationalen Dachverbände FIFA und UEFA, mit denen die G 14 im Streit liegt.

"Ich muss die Zukunft der G 14 in Frage stellen", verkündete Rummenigge und verriet, dass der FC Bayern ernsthaft überlege, "ob es noch sinnvoll ist, weiter in der G 14 zu bleiben".

Der Bayern-Chef beklagt, dass in der Interessenvertretung "purer Egoismus" die gemeinsamen Ziele verdrängt habe. "Jeder in der G 14 denkt doch nur an sich", wetterte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters: "Es gibt wenige Gemeinsamkeiten zwischen den Klubs."

Rummenigge beklagt eine "extreme Schieflage" des Fußballs, weil Klubchefs wie der russische Milliardär Roman Abramowitsch bei Chelsea mit ihren Millionen-Investitionen einen fairen sportlichen Wettbewerb zerstörten. Insofern sei es "ein Wunder", dass Werder Bremen in der Champions League sportlich in der Gruppe mit Titelverteidiger FC Barcelona und Chelsea so gut mithalte. "Und wenn die Bremer gegen Barca weiterkommen, ist es das achte Weltwunder", meinte Rummenigge, der glaubt, dass in den kommenden zehn Jahren kein deutscher Bundesligist mehr ein Europacup-Endspiel erreichen wird.

Rummenigge sprach sich erneut für Gehaltsobergrenzen aus und hofft, dass die EU zum Beispiel die finanziellen "Exzesse" eines Abramowitsch stoppt. Hilfe erhofft er sich neben der EU auch von der UEFA: "Dort hat man verstanden, dass es im Fußball keinen Wettbewerb mehr gibt."

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