24.02.2017 17:56

Teenager entführt

"Saat des Bösen" quälte 17-Jährigen wochenlang

Deutsche Polizisten haben drei Mitglieder der Bande "Saat des Bösen" festgenommen. Sie hatten einen 17-Jährigen über mehrere Wochen in Thüringen gefangen gehalten und sollen ihn brutal gequält haben: Laut Polizei wurde der Bursche gefesselt, mit einem Messer verletzt sowie an einigen Körperteilen mit brennbarer Flüssigkeit überschüttet und angezündet. Außerdem sollen die Gangmitglieder den Teenager zu Diebstählen und Drogenverkauf gezwungen haben.

Die drei Mitglieder der Bande "Saat des Bösen" wurden nun wegen erpresserischen Menschenraubs verhaftet. Gegen mindestens fünf weitere Helfer werde noch ermittelt, teilte Polizeisprecherin Julia Kohl am Freitag mit.

Der 17-Jährige war in einer Wohnung in der Ortschaft Suhl festgehalten worden. Wenige Tage nachdem sich das Opfer bei der Polizei gemeldet hatte, habe sich ein 18-Jähriger gestellt, hieß es. Er habe ein Geständnis auch zu weiteren Straftaten abgelegt. Sein 21 Jahre alter mutmaßlicher Komplize habe sich laut Polizei über mehrere Wochen in einer Wohnung versteckt und nach seiner Festnahme nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Am vergangenen Mittwoch sei es dann mithilfe von Spezialkräften des Landeskriminalamtes gelungen, einen 23-Jährigen festzunehmen. Die Ermittler sehen in ihm den Haupttäter in diesem Fall. Er hat offenbar seine Stellung in der Hierarchie der Gang ausgenutzt, um Bandenmitglieder zu Straftaten zu nötigen. Dabei gehe es um Diebstahl, Drogendelikte und Erpressung, hieß es. Es handle sich um einen polizeibekannten Intensivstraftäter.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Trio von weiteren Helfern unterstützt wurde, die ihnen etwa ihre Wohnungen als Versteck zur Verfügung stellten oder Informationen lieferten. Die Schilderungen des Opfers zum Tatablauf bewerten die Ermittler als schlüssig und berufen sich dabei auch auf eine rechtsmedizinische Begutachtung seiner Verletzungen.

Die Gruppe "Saat des Bösen" fällt immer wieder durch Straftaten im Bundesland Thüringen auf. Entstanden ist sie in den Jahren zwischen 2006 und 2009 im damaligen Jugendgefängnis Ichtershausen. Nach der Entlassung des Anführers entwickelte sich die Gruppe in Suhl weiter und breitete sich bundeslandweit aus.

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