Do, 21. März 2019
10.09.2016 10:39

In Grazer Gefängnis

Zelle in Brand gesteckt: Zwei Beamte im Spital

Vermutlich aus Protest hat am Donnerstagvormittag ein Häftling in der Justizanstalt Graz-Jakomini seine Zelle - er war wegen rabiaten Verhaltens in Sicherheitsverwahrung - in Brand gesteckt und damit gleich mehrere Leben gefährdet. Zwei Justizwachebeamte, die dem Afghanen zu Hilfe kamen, mussten ins Krankenhaus.

"Den Verantwortlichen in der Justizanstalt ist nicht bewusst, dass unsere Arbeit jeden Tag gefährlicher wird. Wir sind aufgrund der Personallage schon lange am Limit", sagt ein Personalvertreter der Justizanstalt. Vorfälle mit rabiaten meist ausländischen Häftlingen würden überhandnehmen. "Sie nehmen uns nicht ernst, zeigen keinen Respekt vor unserer Uniform und halten sich an keine Regeln." Die Kolleginnen und das weibliche Krankenpersonal würden oft wüst beschimpft.

Matratze angezündet
Dass der laut eigenen Angaben 17-jährige Afghane noch lebt, sei nur dem schnellen Eingreifen der Justizwachebeamten zu verdanken. Mit einem hineingeschmuggelten Feuerzeug entfachte der Häftling - er wurde bereits zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, wartet aber noch auf eine weitere Verhandlung wegen Raub, Diebstahl und Sachbeschädigung - den Brand und brüllte dann um Hilfe.

"Und das war sicher nicht der letzte Vorfall", ist der Personalvertreter überzeugt. Der renitente Brandstifter wurde ins LKH Süd-West gebracht, wo ihn zwei Justizwachebeamte nun rund um die Uhr bewachen.

Untersuchung angekündigt
Da der Afghane in einem besonders gesicherten Haftraum untergebracht war, in dem er kein Feuerzeug oder andere potenziell gefährliche Gegenstände haben hätte dürfen, kündigte Britta Tichy-Martin, die Sprecherin des Justizministeriums, am Samstag eine Untersuchung an. Die Beamten hätten das Feuer jedenfalls sehr schnell bemerkt und den Jugendlichen aus der Zelle geholt. "Das hat ihm das Leben gerettet", so Tichy-Martin.

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