Mi, 15. August 2018

Enorme Regenfluten

31.07.2016 20:21

"Es war eine Stimmung wie beim Weltuntergang"

Zwei Gewitterzellen zogen Samstag um 19.30 Uhr über Bad Gastein: "Die Stimmung war wie bei einem Weltuntergang", so Badgasteins OFK Andreas Katstaller. Unter seiner Einsatzleitung waren die 48 Feuerwehrmänner bis drei Uhr morgens beschäftigt: Vier Einsätze in Böckstein, wo Keller ausgepumpt werden mussten. Entlang der B167 überfluteten einige Bäche die Bundesstraße.

Im Kötschachtal riss der Bach mehrere Brücken mit, bei der Seiserbrücke wurde auch die Straße weggerissen. "Das Holz und viele Bäume blieben bei der Wehranlage oberhalb von Bad Bruck hängen", so OFK Katstaller: "Die Wehr hielt , sie hat den Ort gerettet." Bergrettungs-Chef Roland Pfund barg mit seinen Männern 10 italienische Urlauber von der Himmelwandhütte. Auch "Hexi", die Dackeldame der Wirtsleute, wurde evakuiert. Sie genoss das sichtlich. Das Wichtigste aber: Niemand wurde verletzt!

Vermurung im Thomatal: Riesiger Flurschaden
"Das letzte Mal, dass es hier eine ähnliche Katastrophe gab, ist nach den Berichten der Menschen im Ort mehr als 70 Jahre aus", so OFK Volker Mörtl. In der Nacht zum Sonntag ist im Fischergraben, ein Zufluss des Thomataler Baches, eine große Mure abgegangen. Die Landesstraße wurde auf einer Länge von 80 Metern überschwemmt, die Mure verlegte zudem den Durchfluss der Fischerbrücke unter der Bundschuhstraße. Schwer beschädigt wurde dabei auch das Fischerstüberl von Landwirt Helmut Gappmayr. Verletzt wurde niemand, der Holzbau steht seit Jahren leer. Einsatzleiter Volker Mörtl staunte nicht schlecht, als er in der Hütte ein unbeschädigtes Bild des legendären "Lungauer Bischofs" Valentin Pfeifenberger entdeckte: "Es zeigt ihn neben seinem Schützenhut und unser Pfarrer blickt genau in Richtung der Mure, als ob er sie stoppen wollte."

Der Thomataler Bürgermeister Valentin König und Katastrophenreferent Philipp Santner begutachteten noch Sonntag das Ausmaß der Schäden. Heute, Montag, wird über weitere Maßnahmen beraten. Die Straße konnte noch Sonntag wieder frei gegeben werden, die Feuerwehrmänner standen 15 Stunden im Einsatz. OFK Volker Mörtl: "Die Burschen waren super und voll motiviert!" Das Geröll will man teilweise gleich vor Ort verwenden, um damit die Felder zu begradigen.

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