24.01.2016 08:08 |

Sturzserie in Kitz

Ärger nach Rennen: "Trinkl ist doch kein Idiot"

Der zweite Abfahrts-Weltcupsieg von Peter Fill vor Beat Feuz und Carlo Janka stand in Kitzbühel im Schatten der Stürze von Hannes Reichelt, Aksel Lund Svindal und Co. (siehe Video oben). Danach herrschte wegen dem Abbruch Uneinigkeit bei den Trainern.

War die Sicht zu schlecht? Der Abbruch gerechtfertigt? Emotionen und  Diskussionen beim Trainermeeting nach der Abfahrt, die nach Nummer 30 beendet worden war. Als Renndirektor hatte Hannes Trinkl mit seinem Chef Markus Walder die Entscheidung getroffen: "Ich war bei den Stürzen der Topleute hautnah dabei, konnte und wollte die Verantwortung für die jungen Fahrer nicht übernehmen!"

Die Strecke war gut, die Sicht problematisch, aber den Läufern in den Top 30 noch zumutbar - so die Meinung von FIS-Renndirektor Walder. Der sich durch Platz sieben von Vincent Kriechmayr mit Nummer 30 bestätigt fühlte. Danach folgte der Abbruch - was US-Coach Sasha Rearick aufregte: "Das Licht wurde sogar wieder besser. Außerdem hat die Jury nur zu entscheiden, ob man prinzipiell fahren kann oder eben nicht. Aber nicht, ob unsere jungen Fahrer weit genug für die Streif sind!"

"Konnte weitere Stars nach Nummer 30 nicht verantworten"
Was Walder wurmte: "Ich habe das gemeinsam mit Hannes entschieden", blickte er Richtung Trinkl - "und der ist doch kein Idiot, sondern ein Experte!" In ruhigem, sachlichen Ton argumentierte dann der oberösterreichische Ex-Weltmeister: "Die Top-Läufer haben mit perfekter Körperspannung beim Aufprall in den Zaun Schlimmeres verhindert. Junge, unerfahrene  Athleten dosieren nicht, wollen natürlich gewinnen - ich konnte weitere Starts nach Nummer 30 einfach nicht mehr verantworten!"

Womit nach Kriechmayr vorzeitig Schluss war: "Als Rennfahrer musst du den Kopf ausschalten und riskieren - das kann aber wie hier fatal enden", konnte er sich als bester Österreicher wegen der verletzten Teamkollegen nicht wirklich freuen. Romed Baumann, der direkt nach dem gestürzten Georg Streitberger startete, war nur froh, heil unten zu sein: "Ich war nicht am Limit, habe vor der Hausbergkante einen Schwung eingelegt, vielleicht war das Instinkt. Zu sehen, wie dein Kollege abtransportiert wird, ist einer der bittersten Momente", so der 30-Jährige. Auch Sportdirektor Hans Pum war geknickt:  "Das geht in den Magen,  aber sobald die Burschen aus dem Starthaus sind, kannst du nicht helfen."

Schröcksnadel sauer
Auch ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hat unmittelbar nach dem Sturz von Aksel Lund Svindal für einen sofortigen Abbruch der Kitzbühel-Abfahrt plädiert und bei FIS-Renndirektor Markus Waldner interveniert. Weil es nicht dazu kam, gab sich der 74-Jährige verstimmt. "Die Show ist die eine Sache, aber der Sport ist die andere. Und die Sicherheit der Läufer muss das Primäre sein", sagte er im Zielraum.

"Man hat sich beraten und gesagt, die Sicht sei besser, als man glaubt", berichtete der Tiroler. Daher habe man zunächst nicht reagiert, ehe man sich nach Startnummer 30 schließlich doch zum Abbruch entschied, womit das Rennen regulär gewertet werden konnte.

"Sport muss im Vordergrund stehen"
Der Tiroler hätte den Entschluss des Ski-Weltverbandes, die Hahnenkammabfahrt vorzeitig zu beenden, gerne früher gesehen. "Das Rennen hätte man vielleicht auch am Montag fahren können. Es sind natürlich sehr viele Zuschauer da, aber trotzdem muss der Sport im Vordergrund stehen. Wenn es solche Stürze gibt, dann muss man reagieren." Die Entscheidung, dass Rennen überhaupt zu starten, zog Schröcksnadel hingegen nicht in Zweifel.

Kitzbühel-Abfahrt: Show auf Kosten der Sicherheit? Hier geht's zur Abstimmung!

Das Problem sei die schlechte Sicht an der betreffenden Passage gewesen. In der Kompression vor der Einfahrt in die Traverse hätten die Läufer fast einen Blindflug hinlegen müssen. "Eine normale Welle. Es war kein Fahrfehler", fand Schröcksnadel. "Aber wenn du fährst und siehst die Welle nicht, kommst auf den Bergski und der fängt dich, dann kommst du in die Vorlage. Einen Highsider mit Abfahrtsski habe ich selten gesehen."

Auch Anna Fenninger äußerte sich via Twitter kritisch zum Rennen: "'#Kitzbühel: Ist es das, was wir sehen wollen?"

Der als Erster gestartete Otmar Striedinger kam vor der Ziellinie nach einem Verschneider zu Fall, überstand die Schrecksekunde aber unbeschadet. Er trug wie Reichelt einen Airbag. Schröcksnadel: "Der hat Striedinger sicherlich geholfen, beim Hannes wahrscheinlich auch. Beim Sturz war dadurch eigentlich alles gedämpft. Ich glaube, da sind wir auf einem guten Weg."

Die Verletzungsmisere im ÖSV-Team hat spätestens mit dem Kitzbühel-Wochenende jedenfalls eine Dimension erreicht, die nicht mehr zu erklären ist. Neben Reichelt und Streitberger hatte es am Dienstag bzw. Donnerstag auch Max Franz und Florian Scheiber erwischt.

"Mir geht es nicht mehr gut. Das Resultat heute ist uns ganz wurscht", sagte Schröcksnadel. Die Streif verzeihe eben "nicht den kleinsten Fehler", meinte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum. "Wenn da irgendetwas ist, wirkt sich das dementsprechend negativ aus. Da siehst du im Grund auch, was die Burschen leisten und riskieren. Wie man sich da fühlt in meiner Position, kann man gar nicht so ausdrücken. Das schlägt sich wirklich auf den Magen", rang der Oberösterreicher nach Worten.

"Von den Ursachen her kannst du nicht sagen, das oder das ist es. Aber jetzt schaut man sich natürlich alles an", versicherte Pum. "Wir werden natürlich schauen, dass wir alles machen für die Athleten. Aber wenn die beim Starthaus rausfahren in Kitzbühel, dann kann ihnen keiner helfen. Da sind sie auf sich alleine gestellt."

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