21.05.2015 15:19 |

Ermittlungen laufen

Tiroler starb an Salmonellen: Eier aus Bayern?

Ein Salmonellen-Ausbruch in Europa mit zwei Toten und Hunderten Erkrankten könnte von einem Eierproduzenten in Niederbayern verursacht worden sein. Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat Ermittlungen gegen die Firma Bayern-Ei aufgenommen. Bei einem Todesfall handelte es sich um einen 75-jährigen Tiroler, der in einem Altersheim lebte.
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"Es wird geprüft, ob die Firma gefährliche Lebensmittel in den Verkehr gebracht hat", sagte der Regensburger Oberstaatsanwalt Theo Ziegler am Donnerstag. Derzeit lägen keine gesicherten Erkenntnisse vor, dass durch die Eier der niederbayerischen Firma Menschen zu Schaden gekommen seien. Sollte sich der Verdacht jedoch erhärten, würden die Ermittlungen auf fahrlässige Tötung ausgeweitet. Am Dienstag hatten Ermittler Geschäftsräume des Unternehmens durchsucht und Unterlagen sichergestellt. Von der Firma Bayern-Ei gab es zunächst keine Stellungnahme.

Fälle in ganz Europa
In Österreich waren im vergangenen Jahr 151 Menschen von dem Salmonellenausbruch betroffen, berichtete die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Bis auf das Burgenland und Vorarlberg gab es in jedem Bundesland Fälle, mit 69 die meisten in Tirol. Der Großteil wurde durch die Konsumation von Speisen, die in einer Großküche eines sozialen Dienstes zubereitet wurden, verursacht - davon betroffen war auch der 75-Jährige, der in einem Altersheim lebte. "Die Recherche über ein europaweites Netzwerk ergab, dass in Frankreich, Deutschland, Luxemburg, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden weitere Fälle mit demselben Ausbruchstamm auftraten", berichtete die Agentur.

Zögerliche Reaktion der Behörden?
Laut den Berichten von Bayerischem Rundfunk und "Süddeutscher Zeitung" gingen im Juli 2014 Salmonellose-Warnungen aus dem Ausland beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ein. Die Behörden sollen zögerlich reagiert haben: Proben seien demnach teilweise erst nach mehreren Wochen an die zuständigen Labors geschickt worden, mutmaßlich verseuchte Eier sollen zunächst nicht zurückgerufen worden sein. Das LGL wies die Vorwürfe zurück. Für eine öffentliche Warnung vor Eiern aus dem betroffenen Betrieb habe es in Bayern zu keinem Zeitpunkt die fachlichen und rechtlichen Voraussetzungen gegeben.

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