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13.04.2015 19:31

Le Pen verzichtet auf Kandidatur bei Regionalwahl

Im Machtkampf mit der Parteispitze des rechtspopulistischen Front National in Frankreich hat Parteigründer Jean-Marie Le Pen nachgegeben: Der 86-Jährige verzichtete am Montag auf eine Kandidatur bei den Regionalwahlen und schlug stattdessen seine Enkelin Marion Marechal-Le Pen vor. Die Tochter des Parteigründers, FN-Chefin Marine Le Pen, hatte ihren Vater zuvor zum Rückzug gedrängt.

Der FN-Patriarch hatte sich den Zorn seiner Tochter und der engeren Parteiführung zugezogen, als er kürzlich zum wiederholten Mal die Gaskammern der NS-Konzentrationslager als "Detail der Geschichte" bezeichnet hatte. Damit kam er erneut der Strategie von Marine Le Pen in die Quere, die seit ihrem Antritt als FN-Chefin 2011 versucht, die Partei aus der offen rassistischen und antisemitischen Ecke zu holen.

Folgt demnächst auch Parteiausschluss?
Die 46-jährige Marine Le Pen gab daher vor wenigen Tagen bekannt, dass sie eine Kandidatur ihres Vaters bei den Regionalwahlen in der südfranzösischen Region Provence-Alpes-Cote d'Azur (Paca) verhindern wolle, und kündigte disziplinarische Maßnahmen gegen den FN-Ehrenvorsitzenden an. In der Parteiführung wurde sogar ein Parteiausschluss des 86-jährigen Europaabgeordneten für denkbar gehalten.

Jean-Marie Le Pen, der sich anfangs vehement gegen die interne Kritik zur Wehr gesetzt hatte, wich nun zurück. Dem "Figaro Magazine" sagte er, dass er auf eine Kandidatur in der Region Paca verzichte, auch wenn er der "beste Kandidat" für den FN wäre. Er rief seine Anhänger dazu auf, eine Kandidatur seiner 25-jährigen Enkelin Marion Marechal-Le Pen zu unterstützen. Die Parlamentsabgeordnete des FN gilt als politisch radikaler als ihre Tante Marine.

"Zurückdrängung der Meinungsfreiheit"
Unabhängig von der Frage der Kandidatur dürfte Jean-Marie Le Pen, der bereits mehrfach wegen Holocaustleugnung und Aufrufen zu Rassenhass verurteilt wurde, wegen möglicher disziplinarischer Konsequenzen vor das Exekutivbüro des FN zitiert werden. In einer Erklärung zeigte er sich am Montag "bestürzt", dass die Meinungsfreiheit in Frankreich immer weiter zurückgedrängt werde, "sogar in unseren Reihen". Der FN-Spitze hielt er vor, durch ihr "Getöse" um seine Äußerungen der eigenen Partei zu schaden. Unter der Führung von Marine Le Pen gab es bereits mehrere Parteiausschlüsse nach rassistischen Äußerungen.

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