Mo, 18. März 2019
22.03.2015 17:55

Mit Zinsverbot

Erste islamische Bank in Deutschland vor Eröffnung

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat einem Zeitungs-Vorausbericht zufolge zum ersten Mal in Deutschland einem islamischen Geldinstitut eine Banklizenz erteilt. Die Kuveyt Türk Bank AG will im Juli vorerst mit Filialen in drei deutsche Großstädten - Berlin, Frankfurt, Mannheim - starten. Später im Jahr solle Köln als Standort dazukommen, schreibt das "Handelsblatt" in seiner Montagsausgabe.

Danach soll das Filialnetz kontinuierlich wachsen. "Unsere Marktforschung hat ergeben, dass 21 Prozent der Muslime hierzulande ein islamisches Geldhaus als natürliche Hausbank sehen würden", sagte Geschäftsführer Kemal Ozan laut dem Vorausbericht. Unter den Geschäftskunden sei das Interesse sogar noch etwas größer.

Bank hält sich an Zinsverbot im Koran
"Islamic Banking" sei dabei nicht nur ein religiöses, sondern auch ein nachhaltiges und sozial verantwortliches Finanzmodell, so Ozan. Das islamische Bankwesen ist so angelegt, dass Institute das im Koran festgeschriebene Zinsverbot nicht verletzen. Statt einem Käufer einen Kredit zu gewähren, kauft eine Bank deshalb Immobilien oder andere Waren selbst. Diese verkauft sie dann zu einem höheren Preis an den Kunden weiter, der den Kaufpreis dann in Raten bei der Bank abbezahlt.

Bank wird von kuwaitischen Investoren kontrolliert
Die in Istanbul ansässige Kuveyt Türk zählt zu den größten Banken der Türkei. Hinter dem Institut steht eine Finanzholding namens Kuwait Finance House, die sich mehrheitlich im Besitz staatlicher kuwaitischer Investoren befindet und 62,24 Prozent an der Kuveyt Türk hält.

Als die Pläne für den Deutschland-Start 2012 erstmals bekannt geworden waren, hieß es vom Vorstandschef der Bank: "Wir planen, Filialen in Deutschland zu eröffnen. Sollten wir Erfolg haben, könnten wir auch in andere europäische Länder gehen."

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