Schuldenstreit

Mehrheit der Griechen für “ehrenvollen Kompromiss”

Ausland
09.03.2015 21:48
Rund 70 Prozent der Griechen sind für einen "ehrenvollen Kompromiss" mit den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds im Schuldenstreit. Das geht aus einer Umfrage hervor, die am Montag in der Zeitung "Efimerida Ton Syntakton" veröffentlicht wurde. Nur gut 27 Prozent sind dafür, dass die neue griechische Regierung jeglichen Kompromiss verweigert, selbst wenn dies den Austritt aus der Euro-Zone zur Folge hätte.

Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras war im Jänner mit dem Versprechen angetreten, die Bedingungen des bisherigen Hilfsprogramms komplett neu zu verhandeln. Dieses Vorhaben scheiterte bisher am Widerstand der Geldgeber. Erst kürzlich vereinbarten beide Seiten eine vorläufige Verlängerung des Programms um vier Monate bis Ende Juni. Die bisherigen Auflagen für die Hilfen verpflichten Griechenland zu Haushaltsdisziplin und Wirtschaftsreformen.

Am Montag kamen die Finanzminister der Euro-Zone in Brüssel zusammen, um über eine Liste mit Reformvorschlägen der Regierung in Athen zu diskutieren. Die griechische Regierung wollte mit dieser die Auszahlung weiterer Hilfskredite erreichen, das Treffen ging aber ohne konkrete Beschlüsse zu Ende.

Varoufakis: "Keine weiteren demütigenden Besuche mehr"
Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis zufolge wurde jedoch immerhin verhindert, dass es in seinem Land wieder zu "demütigenden" Besuchen der Experten der früheren Gläubiger-Troika kommt. Kontrollen "mit Technokraten der drei Institutionen, die im Gleichschritt in unsere Ministerien laufen", gehörten der Vergangenheit an, sagte Varoufakis nach dem Meeting in Brüssel.

Reformgespräche mit Athen beginnen am Mittwoch
Nach Angaben von Insidern werden ab Mittwoch in Brüssel aber weitere Gespräche zwischen Griechenland, Vertretern von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds stattfinden.

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