In den ersten acht Monaten ist in Europa eine Fläche von über 600.000 Hektar verbrannt. Der verheerende Waldbrand im Lesachtal hat gezeigt, dass auch Kärnten nicht sicher ist, so wie viele andere europäische Regionen. Die „Krone“ war bei einer Sitzung in Brüssel dabei.
Fast drei Wochen waren Kärntner Feuerwehren im Lesachtal mit dem katastrophalen Waldbrand Ende April beschäftigt, bis Einsatzleiter Gerd Guggenberger am 17. Mai endlich das erlösende „Brand aus!“ geben konnte. Die Flammen zerstörten gut 110 Hektar Wald – dank den Einsatzkräften blieben aber Gebäude verschont. Was für Kärntner Verhältnisse ein enormer Brand war, verblasst jedoch im Vergleich zu anderen Regionen.
So wurden in der französischen Provence und der Côte d’Azur heuer rund 70.000 Hektar Wald von Bränden zerstört, in Frankreich insgesamt über 100.000 Hektar. Auch in der Nähe von besiedeltem Gebiet – zeitweise mussten über 200.000 Menschen ihre Häuser verlassen, es gab sogar Todesopfer. Auch in Spanien, das mit über 300.000 Hektar vernichteter Fläche trauriger Spitzenreiter ist. Selbst in Belgien brannten über 3000 Hektar Wald. Da ist es kein Wunder, dass der Ausschuss der Regionen (AdR) einen eigenen Sitzungspunkt der Problematik widmete.
Wir müssen unsere Einsatzkräfte gezielt ausbilden und auch Löschunterstützung aus der Luft rasch über Grenzen hinweg verfügbar machen.

Daniel Fellner, Landeshauptmann Kärnten
Bild: Felix Justich
„Sizilien brennt jedes Jahr“
Doch für manche AdR-Mitglieder sind Waldbrände nichts Neues. „Sizilien brennt jedes Jahr, wir dürfen nicht alleine gelassen werden“, appelliert Palermos Bürgermeisterin Maria Terranova. „Die Klimakrise ist kein Problem der Zukunft, sie ist schon hier. Wir brauchen weniger Versprechen, dafür mehr Prävention.“ Hier will auch Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner ansetzen, wie er in Brüssel betont: „Wir müssen auf Innovation setzen, um Brände früher erkennen zu können.“
Er legt den Fokus besonders auf europäische Zusammenarbeit. „Die Zukunft liegt in der grenzüberschreitenden Kooperation in den Regionen“, so Fellner. „Waldbrände kennen, wie alle Katastrophen, keine Gemeindegrenzen, Landesgrenzen oder Staatsgrenzen. Deshalb darf auch unsere Hilfe keine Grenzen kennen.“
Respekt und Unterstützung für Feuerwehrleute
Der Kärntner Landeshauptmann verliert aber auch nicht die wohl wichtigste Komponente aus dem Blick: „Die Feuerwehrleute gehen bei diesen gefährlichen Einsätzen ehrenamtlich an ihre Grenzen, dafür verdienen sie Respekt, Dankbarkeit und die bestmögliche Unterstützung!“ Deswegen müssen laut Fellner EU-Förderungen auch direkt „dort ankommen, wo die Verantwortung getragen wird“. Sein Appell: „Europa muss helfen, bevor aus einem Brand eine Katastrophe wird!“
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