Vier tote Schafe, ein überwundener Herdenschutzzaun und nun eine behördliche Freigabe zur Entnahme: Nach einem Rissereignis in Nauders im Tiroler Bezirk Landeck wurde ein Wolf zum Abschuss freigegeben. Die Jägerschaft wurde per SMS alarmiert.
Die Aufregung unter den Schafhaltern ist groß: Am Wochenende wurden in einem Weidegebiet im Gemeindegebiet von Nauders vier tote Schafe entdeckt. Nach der Begutachtung durch den zuständigen Amtstierarzt besteht ein konkreter Verdacht, dass ein Wolf die Tiere gerissen hat.
Herdenschutzzaun überwunden
Besonders brisant: Das Raubtier soll dabei einen Herdenschutzzaun überwunden haben. Auf Basis der vorliegenden Informationen und der fachlichen Beurteilung wurden die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Entnahme geprüft – mit dem Ergebnis, dass ein Wolf nun zur Entnahme freigegeben wurde.
Jäger per SMS informiert
Dabei kommt erstmals eine Möglichkeit zum Einsatz, die mit der jüngsten Novelle des Tiroler Jagdgesetzes geschaffen wurde. „Die zuständige Behörde konnte die Entnahme direkt freigeben“, heißt es seitens des Landes. Die dazu berechtigten Jägerinnen und Jäger der betroffenen Jägerschaft wurden unmittelbar per SMS über die Freigabe informiert.
Das Land Tirol ruft die Bevölkerung weiterhin dazu auf, Sichtungen von Großraubtieren möglichst rasch zu melden. Dies kann über das Sichtungsformular auf der Website des Landes oder direkt bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft erfolgen. Für die fachliche Beurteilung seien insbesondere Fotos oder anderes Bildmaterial von großer Bedeutung.
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