94 Prozent der Jugendlichen nutzen bereits KI-Chatbots. Das geht aus der aktuellen Studie der Initiative Safer Internet hervor, die am Montag in Wien präsentiert worden ist. Diese hohe „Durchdringung“ beurteilte Stefan Ebenberger, ISPA-Generalsekretär (Internet Service Providers Austria), als „doch überraschend“.
Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) bezeichnete die KI als „größte technische Disruption der vergangenen Jahrzehnte“. Nun gehe es darum, die „Risiken zu managen“. Was das Risiko im Zusammenhang mit KI-Anwendungen bei den 500 befragten österreichischen Kindern und Jugendlichen im Alter von elf bis 17 Jahren betrifft, so gingen zumindest 28 Prozent davon aus, dass ihre Eingaben in KI-Software vertraulich seien, also von niemandem eingesehen oder genutzt werden könnten.
„In Bezug auf Datenschutz ist wenig Bewusstsein vorhanden“, stellte Barbara Buchegger von Saferinternet.at dazu fest. Jugendliche würden durchaus persönliche Informationen mit den KIs teilen, und es sei nicht einfach klarzumachen, warum das ein Problem sein kann.
Verliebt in den KI-Chatbot
Die Mehrheit solcher Infos würde laut der Ergebnisse jedenfalls bei ChatGPT landen, denn der KI-Chatbot von OpenAI wird von rund 90 Prozent der Befragten genutzt. Mit großem Abstand folgt Gemini von Google mit nur mehr 23 Prozent. Knapp ein Viertel nutzt ChatGPT jeden Tag, über 40 Prozent mehrmals pro Woche.
Die häufigsten Anwendungen sind laut Befragung „schulische Zwecke und Hausaufgaben“ (73 Prozent), rund 55 Prozent wollen von der KI häufig oder gelegentlich Infos oder Tipps für verschiedene Lebensbereiche holen, knapp ein Drittel (31 Prozent) will Probleme besprechen.
KI verändert ihre jungen Nutzerinnen und Nutzer. Darauf wies Birgit Satke hin, die Leiterin des Beratungsteams von Rat auf Draht. Im Beratungsalltag falle auf, dass es bei den jungen Klienten inzwischen oft die Scheu davor gebe, mit einer realen Person zu sprechen. Groß ist hingegen das Vertrauen in die KI, denn 57 Prozent gaben an, dass deren Ratschläge gut seien, und knapp 55 Prozent prüfen die Angaben häufig oder manchmal.
Nur eine Minderheit ist der Meinung, dass die KI-Anwendungen eine Gefahr für die Gesellschaft oder sich selbst sein könnten, und über ein Viertel (26 Prozent) denkt, dass sich Jugendliche tatsächlich in einen Chatbot verlieben könnten.
Werkzeug „Digital Service Act“
Pröll wies darauf hin, dass aus der Befragung auch der Wunsch der Jugendlichen hervorgeht, die KI verstehen zu wollen, und betonte, dass die Schule „der ideale Ort für eine derartige digitale Bildung“ sei. 53 Prozent der Befragten äußerten einen solchen Bedarf, und ebenso viele traten auch für eine Altersbeschränkung ein.
Taugliche „Safeguards“ gefordert
„Machen wir nicht die Fehler, die bei Social Media passiert sind“, warnte Buchegger. KIs bräuchten taugliche „Safeguards“: Werbung müsse etwa als solche ausgewiesen werden, wie auch KI-generiertes Material als solches gekennzeichnet sein müsse. Und in Richtung Eltern und Schule appellierte sie, dass KI „noch mehr zum Thema gemacht werden“ sollte.
Einen Beitrag mit KI-Infos liefert dabei die ISPA: Eine zum Safer Internet Day am 10. Februar publizierte Broschüre (www.ispa.at/ki-mythen) soll „einen verständlichen und kritischen Zugang zur KI-Anwendung“ bieten und Mythen aufklären helfen.
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