Sa, 18. August 2018

5 Mrd. Daten pro Tag

05.12.2013 13:58

NSA erstellt Bewegungsprofile über Handydaten

Der NSA-Skandal erreicht eine neue Dimension: Laut einem Bericht der "Washington Post" speichert der US-Geheimdienst die Aufenthaltsorte Hunderter Millionen Handynutzer. Pro Tag würden weltweit rund fünf Milliarden Datensätze gesammelt, schrieb die Zeitung am Mittwoch. US-Beamte bestätigten das Programm, äußerten sich aber nicht zu den Zahlen. Informationen zu einzelnen Ländern sind noch nicht bekannt.

Die NSA könne Mobiltelefone überall auf der Welt aufspüren, ihren Bewegungen folgen und Verbindungen zu anderen Handynutzern aufdecken, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Unterlagen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. Die Ortungs-Informationen kämen aus internen Daten der Mobilfunkanbieter, hieß es.

Die Netzbetreiber verfügen über ausführliche Angaben über den Aufenthaltsort von Handys, zum Beispiel um Roaming-Gebühren abzurechnen. Der Zeitung zufolge tauschen sie diese Daten auf breiter Front untereinander aus, sodass es der NSA ausreiche, das System an wenigen Stellen anzuzapfen.

Demzufolge habe die Überwachung auch nichts mit den GPS-Sendern oder Internetverbindungen moderner Smartphones zu tun, sondern betreffe vielmehr alle Mobiltelefone bis hin zum einfachsten Handy.

Gewaltiger Informationsstrom
Die Standortinformationen würden in einer gewaltigen Datenbank gespeichert. Der Strom der Informationen sei so gewaltig, dass er die Fähigkeiten übersteige, die Daten "aufzunehmen, zu verarbeiten und zu speichern", zitierte die Zeitung eine Präsentation des US-Geheimdienstes von Mai 2012. Die NSA sei daraufhin zu einem System mit mehr Kapazitäten gewechselt, um so viele Daten wie möglich zu sammeln.

"Nebenprodukt"
Geheimdienstler betonten im Gespräch mit der "Washington Post", dass das Programm rechtmäßig sei. Das Ziel der Überwachung seien "Ziele im Ausland". US-Bürger würden nicht gezielt überwacht. Die Behörde gelange jedoch im Zuge der Überwachung quasi als Nebenprodukt an große Mengen von Daten von US-Telefonen. Unter dem Codenamen "Co-Traveller" genannte Analyseprogramme durchkämmten Milliarden von Datensätzen nach überstimmenden Bewegungsmustern von Terrorverdächtigen.

Microsoft will sich gegen NSA-Spionage wehren
US-amerikanische IT-Unternehmen lehnen sich indes gegen die NSA auf. Microsoft versprach seinen ausländischen Kunden, sich gegen NSA-Spähaktionen vor Gericht zu wehren. Der Softwarekonzern sei zudem der Auffassung, dass die amerikanischen Behörden nicht befugt seien, im Ausland gespeicherte Daten abzugreifen, sagte Microsoft-Anwalt Brad Smith am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Außerdem soll der Datenverkehr vermehrt verschlüsselt werden. Auch die Internetriesen Google und Yahoo kündigten eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.