Bauch entschied

Teamchef Koller: "Geld war nie die Triebfeder"

Sport
31.10.2013 12:34
Ausnahmezustand im Wiener Hotel Hilton: Teamchef Marcel Koller bat Donnerstagmittag zur Pressekonferenz, um seine Beweggründe für den Verbleib beim ÖFB kundzutun. Dutzende Kameraleute und unzählige Journalisten lauschten dem Schweizer, wie er über sein Bauchgefühl sowie Rufschädigungen redete und versicherte: "Geld war nie die Triebfeder für den Verbleib beim ÖFB."

Noch selten ist einem österreichischen Teamchef, der die Qualifikation für ein Großereignis mit seinem Team verpasste, so gehuldigt worden wie in den vergangenen Tagen Marcel Koller. Fast die gesamte Fußballnation - inklusive anfänglicher Skeptiker - atmete auf, als Koller am Mittwoch öffentlich verlautbaren ließ, sich gegen die Schweiz und für Österreich entschieden zu haben.

"Zwei Jahre wären zu kurz gewesen"
"Ich habe natürlich mitbekommen, dass es viele Postings von Fans für meinen Verbleib in Österreich gegeben hat", sagt Koller. Nicht zuletzt deswegen "hat mir mein Bauchgefühl gesagt: 'Du kannst noch nicht gehen.'" Er habe in den vergangenen zwei Jahren stets beteuert, dass sein Projekt Zeit brauche. So sei es nur konsequent gewesen, dem Nationalteam die Treue zu halten. Schließlich "sind zwei Jahre zu kurz, um etwas Langfristiges aufzubauen".

Das "Langfristige" hat einen Namen: Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Der Glaube an eine erfolgreiche Qualifikation scheint im derzeit grassierenden Koller-Hype geradezu grenzenlos. Selbst ÖFB-General "Gigi" Ludwig meint: "Wenn bei der Auslosung die Fortuna zuschaut, dann können wir in Frankreich sicher ein gutes Glaserl Wein auf die erfolgreiche Qualifikation trinken."

Koller tritt erwartungsgemäß auf die Euphoriebremse. "Ich kann nicht versprechen, dass wir uns für die EM 2016 qualifizieren", sagt er. Wichtiger sei für ihn, "den nächsten Schritt zu gehen, uns zu verbessern, bei Ballbesitz noch sicherer zu werden".

Nur ein Treffen mit den Schweizern
Diese Herausforderungen seien so groß, dass er auch das lukrative Angebot, in seiner Heimat den Nationalcoach zu geben, abgelehnt habe. "Ich habe mich mit Vertretern des Schweizer Fußballverbands nur einmal getroffen. Dann habe ich abgewogen - einmal war die Schweiz weiter vorne, dann wieder Österreich."

Dass das Rennen schließlich das Angebot vom ÖFB machte, sei mit dem "Gesamtpaket" zu erklären. Die Frage, ob der ÖFB auch finanziell kräftig nachbesserte, umkurvt Koller souverän. "Natürlich gehört das Finanzielle auch dazu", sagt er, "aber Geld war nie die Triebfeder für meine Entscheidung."

"Das war schon Rufschädigung"
In einer anderen Causa wird Koller konkreter. Ob ihn die persönlichen Anfeindungen diverser Medien in den vergangenen Tagen gekränkt hätten? "Ich frage mich schon, wie man auf solche Geschichten kommt. Das war schon Rufschädigung. Ich bin gespannt, was da in den nächsten Tagen passiert."

ÖFB-Präsident Leo Windtner verwendete in diesem Zusammenhang das Wort "Diffamierung" und erklärte: "Koller hat unsere volle Unterstützung."

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(Bild: KMM)



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