Die Deutsche Franziska Preuß hat am Sonntag erstmals den Gesamtweltcup der Biathletinnen gewonnen. Die Verfolgungsweltmeisterin machte den Rückstand von fünf Punkten im Gesamtklassement durch einen Sieg im Massenstart von Oslo noch wett, ihre französische Konkurrentin Lou Jeanmonnot belegte hinter der Schwedin Elvira Öberg Rang drei. Die Tirolerin Lisa Hauser fuhr als Siebente nach zwei Schießfehlern einen weiteren Spitzenplatz ein, im Gesamtweltcup wurde sie Elfte.
Nachdem Preuß monatelang an der Gesamtweltcup-Spitze gelegen war, hatte Jeanmonnot am Samstag mit einem Sieg in der Oslo-Verfolgung um fünf Punkte die Führung übernommen. Die Dramaturgie des Showdowns wollte es, dass die Kontrahentinnen quasi zeitgleich vom letzten Schießen auf die Schlussrunde gegangen sind. Statt eines Zielsprints um die Kugel kam Preuß knapp vor Öberg aber solo an, da Jeanmonnot davor durch Eigenverschulden zu Sturz gekommen war. So wurde Preuß zur ersten deutschen Weltcup-Gesamtsiegerin seit Laura Dahlmeier 2017.
Preuß mit drei Kugeln, Jeanmonnot mit zwei
Preuß sicherte sich neben der großen auch die Kugeln für Sprint und Massenstart, der achtfachen Saisonsiegerin Jeanmonnot blieben jene in Verfolgung und Einzel. Preuß schloss die Saison mit 1.278 Punkten bzw. mit 20 mehr als Jeanmonnot ab. Deren drittplatzierte Landsfrau Julia Simon hatte bereits ein Minus von 376 Zählern auf Preuß. Als Fünftplatzierte hinter der Elvira Öberg sicherte sich die Französin Oceane Michelon die U23-Wertung. Sie und vier ihrer Landsfrauen landeten unter den Top acht des Weltcups.
Hauser verpasste die Top Ten gesamt um 52 Punkte sowie am Sonntag nach zwei Schießfehlern die Flower Ceremony der Top sechs mit 29,9 Sek. Rückstand auf Preuß um 5,6 Sek. Die Deutsche (1 Schießfehler) brachte im Rennen 3,3 Sek. Vorsprung auf Öberg (3) sowie 11,7 auf Jeanmonnot (1) ins Ziel. Preuß hatte zwar weniger Saisonsiege als Jeanmonnot, zeigte mit 13 Podestplätzen aber mehr Konstanz. Die Lebensgefährtin des Ex-Biathleten Simon Schempp hatte öfters mit Infekten und Erkrankungen zu kämpfen. Eine Operation der Nasennebenhöhlen brachte im Vorjahr die Wende.
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