Nach monatelangen Regierungsverhandlungen und tagelangem Postenstreit geht die SPÖ nun sichtlich erleichtert in die Regierung. Andreas Babler präsentierte am Freitag sein Team.
Die SPÖ hat am Freitag in einer Vorstandssitzung sowohl das Koalitionsabkommen mit ÖVP und NEOS als auch das von Parteichef Andreas Babler vorgestellte Personalpaket mit großer Mehrheit angenommen. Einzig der Pensionistenverbandsvertreter stimmte mit einer Protokollanmerkung gegen den Pensionsteil des Abkommens und die Sozialistische Jugend sprach sich gegen die Regierungszusammenarbeit aus.
Wir haben ein starkes, ausgewogenes und sozialdemokratisches Team, das in diese Regierung einziehen wird.
Andreas Babler (SPÖ)
Das rote Team wird aus insgesamt sechs Ministern und drei Staatssekretären bestehen:
Im Innenministerium als Staatssekretär für Staatsschutz zuständig sein wird der frühere Verkehrsminister Jörg Leichtfried.
Den Gesundheitsbereich im Sozialressort betreut als neue Staatssekretärin die bisherige niederösterreichische Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. Als „versierte Gesundheitspolitikerin“ sei sie ideal geeignet, so Babler.
Hergovich geht leer aus
Niederösterreichs Landeschef Sven Hergovich, lange fix als Infrastrukturminister gehandelt, begnügte sich am Freitag vor dem Präsidium damit, sich über die Bestellung Königsberger-Ludwigs zu freuen. Es sei ohnehin das Recht des Bundesparteivorsitzenden, sein Team auszuwählen und der habe das sehr gut gemacht.
Als größte Unterstützerin Hergovichs galt seine vormalige Chefin Doris Bures. Die Dritte Nationalratspräsidentin hielt sich mit Kritik an der Personal-Auswahl tunlichst zurück. In der SPÖ gebe es eben „so viele tolle Leute“. Letztlich sei eine gute Mischung gelungen. Als Finanzminister gehandelt worden war EU-Parlamentarier Andreas Schieder. Der wirkte gar nicht verwundert, dass er in Brüssel bleibt. Er habe schon vergangene Woche gesagt, nicht alles, was geredet werde, passiere auch. Mit Marterbauer ziehe nun „ein begnadeter Volkswirt“ ins Finanzministerium ein.
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