01.07.2013 15:55 |

Ö-Radrundfahrt

Seeldraeyers siegt am Kitzbüheler Horn, Zoidl 5.

Riccardo Zoidl hat auch bei der zweiten Bergankunft der 65. Österreich-Radrundfahrt sein großes Potenzial gezeigt. Der Oberösterreicher, der am Vortag in Kühtai Zweiter gewesen war, absolvierte am Montag auch die Klettertour zum Alpenhaus auf dem Kitzbüheler Horn als Fünfter bravourös und hat als aktueller Gesamtdritter seine eigenen Erwartungen vorerst weit übertroffen. Der Belgier Kevin Seeldraeyers feierte seinen zweiten Etappensieg und führt nun 43 Sekunden vor seinem auch auf dem Horn zweitplatzierten Astana-Kollegen Alexander Djatschjenko und 59 vor Zoidl.

"Ich bin absolut zufrieden. Ich habe mir nicht gedacht, dass ich die ersten zwei Tage so gut überstehe", erklärte Zoidl, der seinem großen Ziel, einem Podestplatz in der Gesamtwertung, ein gutes Stück näherkam. Der 25-Jährige fährt vor den Augen der Teamchefs von neun ProTour-Rennställen auch um ein Auslandsengagement für 2014. Und bewies da auch seine taktischen Fähigkeiten. "Ich habe mich von den Attacken nicht beeinflussen lassen und bin mein Tempo gefahren. Am Horn darf man nicht überdrehen", sagte der Wahl-Innsbrucker.

"Rund 30 Sekunden, das ist in meinem Bereich"
Der Rückstand auf dieser harten Etappe sei verkraftbar. "Rund 30 Sekunden, das ist in meinem Bereich", sagte der Gourmetfein-Profi. Nach dem überaus steilen 7,1-Kilometer-Schlussanstieg hinauf auf 1.670 Meter wünschte er sich nun einen ruhigeren Tag. "Und dann hoffe ich, dass ich am Mittwoch auch gut über den Glockner komme." Vorerst wartet am Dienstag der wegen der Felbertauern-Sperre verkürzte Abschnitt von Heiligenblut nach Matrei in Osttirol.

Stefan Denifl verbesserte sich als Tages-14. (+1:44) auf den zehnten Gesamtrang (+3:05). "Ich bin meinen Zug raufgefahren, mehr ging nicht, das habe ich schon vorher richtig eingeschätzt", sagte der 25-Jährige, der für das IAM-Team einen guten Gesamtrang einfahren soll. Nach den steilsten Bergen, die ihm nicht so liegen, möchte sich der Tiroler noch besser in Szene setzen. "Es kommen noch einige Tage und ich kann auch ganz gut zeitfahren", sagte er.

Seeldraeyers: "Heute war ich der Stärkste"
Das Tempo gaben aber die Fahrer in den Trikots des kasachischen Teams vor. Seeldraeyers führte auf dem steilsten Berg der Ö-Tour (maximal 22,3 Prozent) ein Astana-Trio an. Hinter Djatschenko (+5 Sekunden) holte der Italiener Fabio Aru (+14) den dritten Tagesrang. Seeldraeyers war begeistert über seinen neuerlichen Husarenritt. "Gestern war ich der Smarteste und heute der Stärkste", sagte der 26-Jährige. Er habe sich eigentlich auf die Tour de France vorbereitet, daher die Topform. "Natürlich habe ich gelitten, aber ich konnte das Tempo bis zum Ende durchhalten."

Als Topfavorit für den Gesamtsieg sieht er sich trotz eines Vorsprungs von 43 Sekunden nicht. "Mein größter Gegner ist Djatschenko, denn er ist im Zeitfahren stärker", erklärte Seeldraeyers im Hinblick auf die Prüfung gegen die Uhr am Samstag in Podersdorf. Enttäuscht wäre er keineswegs, wenn ihm ein Teamkollege den Sieg wegschnappe, beteuerte er. "Ich habe zwei Etappen gewonnen, wenn er die Gesamtwertung holt, ist das okay."

Ausreißversuch Totschnigs wurde nicht belohnt
Enorm leiden musste im Horn-Anstieg auch der Tiroler Harald Totschnig. Er war schon wenige Kilometer nach dem Start in Innsbruck mit zwei Italienern ausgerissen und das Trio holte bis zu neun Minuten Vorsprung heraus. Der schmolz bis zum Beginn des Anstiegs auf rund zwei Minuten und etwa vier Kilometer vor dem Ziel wurde der 38-jährige Tirol-Profi als letzter Ausreißer überholt. In der Folge musste er für die Anstrengungen büßen und wegen Krämpfen sogar zweimal vom Rad steigen. Totschnig erreichte das Ziel mit 7:19 Minuten Rückstand als 56.

Ex-Weltmeister Boonen krank ausgestiegen
Ex-Weltmeister Tom Boonen gab indes nur ein kurzes Gastspiel bei der Österreich-Rundfahrt. Der 32-jährige Belgier, der u.a. dreifacher Gewinner von Paris-Roubaix ist, war schon mit einer Verkühlung zum Start in Innsbruck angereist, am Montag trat er nicht mehr zur zweiten Etappe an. Boonen laboriere an Bronchitis und Fieber, teilte sein Team Omega-QuickStep mit. Der Champion im Straßenrennen von 2005 hatte 2008 in Österreich die Schlussetappe in Wien gewonnen.

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