Der österreichische Schriftsteller Martin Pollack ist am Freitag mit 80 Jahren gestorben. Er erlag einer langjährigen Krebserkrankung, wie der Residenz Verlag mitteilte. Zu Pollacks bekannten Werken zählen „Der Tote im Bunker“ und „Die Frau ohne Grab“.
Pollack war auch als Journalist und literarischer Übersetzer tätig. Er wurde im Mai 1944 im oberösterreichischen Bad Hall geboren und studierte an verschiedenen Universitäten Slawistik und osteuropäische Geschichte. Parallel zu seinem Studium war Pollack bereits als Übersetzer und Journalist tätig.
1978 begann er als Redakteur für das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel zu arbeiten, unter anderem als Auslandskorrespondent in Wien und Warschau. Seit 1998 war er dann freier Autor und Übersetzer. Seine Bücher dokumentieren Geschehnisse exakt, darunter etwa Verbrechen des 20. Jahrhunderts in Galizien.
Arbeitete noch an Buch
Eines seiner bekanntesten Werke ist „Der Tote im Bunker“, in dem sich Pollack mit dem Leben und dem Mord an seinem Vater, SS-Sturmbandführer Gerhard Bast, auseinandergesetzt hat. Er sei ein Mahner gegen das Vergessen gewesen und habe neue Maßstäbe in der Erinnerungskultur gesetzt, teilte der Residenz Verlag mit.
Der Autor habe sich „immer wieder zur rechten Zeit kritisch zu Wort gemeldet“, sagte Kulturminister Werner Kogler (Grüne). „Wir werden seine Bücher mehr denn je brauchen, wenn wir begreifen wollen, was europäische Vielfalt bedeutet“, hielt Bundespräsident Alexander Van der Bellen in einer Aussendung fest.
Hier sehen Sie das Posting von Werner Kogler.
Pollacks Bücher wurden in 14 Sprachen übersetzt. Zuletzt arbeitete der Autor, der in Wien und im Südburgenland wohnte, noch an einem neuen Buch mit dem Titel „Zeiten der Scham“. Dieses versammelt Essays und Reportagen der vergangenen Jahre und enthält auch zwei neue Texte. Das Werk soll im Mai erscheinen.
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