Bei der Ski-WM der Gehörlosensportler in Jasna räumt Österreich alles ab. Samstag gewannen Melissa Köck und Christoph Lebelhuber Gold im Riesentorlauf. Für die Kärntnerin war es bereits der dritte Sieg in der Slowakei. Für Lebelhuber war es die erste Goldene bei einer WM überhaupt.
Lebelhuber sagt über die besonderer Herausforderung beim Skifahren als gehörloser Mensch: „Mit dem Ohr nehmen wir nicht nur Töne und Geräusch wahr, das Innenohr beinhaltet auch das Gleichgewichtsorgan. Durch die Schwerhörigkeit wird der Gleichgewichtssinn stark beeinträchtigt. Schwindel und Koordinationsschwierigkeiten sind die Folge.“ Dennoch steht er wie ein Einser auf den Skiern.
Überragender zweiter Durchgang
Seine größten Erfolge vor dem Coup in Jasna war Bronze im Riesentorlauf bei den Olympischen Winterspielen der Gehörlosensportlern 2015 in Magnitogorsk (Russland) und zweimal Silber in den Speeddisziplinen bei der Weltmeisterschaft 2017 in Innerkrems. Jetzt hat er sich seinen großen Traum vom ersten Gold erfüllt. Wie bei vielen anderen Skifahrern war der Weg dorthin von schweren Knieverletzungen begleitet. Aber der 35-Jährige blieb immer dran und wurde jetzt belohnt. Nach Platz zwei im ersten Durchgang trumpfte er im Finale ganz groß auf, nahm dem zur Halbzeit führenden Italiener Loranzi über eine Sekunde ab.
Hauptberuflich arbeitet er als Elektroniker bei der Firma Fronius in Sattledt. Der Oberösterreicher sagt: „Trotz meiner guten Sprachentwicklung und meinem Implantat bin ich durch meine Schwerhörigkeit oft eingeschränkt, einfachste Handlungen können für mich schnell eine große Herausforderung darstellen. Der Erfolg im Skisport gibt mir unbezahlbares Selbstvertrauen und lässt mich meine Behinderung oftmals für eine wertvolle Zeit vergessen.“
Sonntag geht es mit dem Parallel-Bewerb weiter, ehe Montag die Titelkämpfe mit dem Slalom enden. Der Medaillenregen kann also noch weiter gehen.
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