Laut Medien:

Israels Offensive im Libanon könnte bald enden

Außenpolitik
22.10.2024 14:19
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die israelische Armee könnte ihre Bodenoffensive im Libanon innerhalb von einigen Wochen abschließen. Ein Abzug der Truppen müsse jedoch aus Sicht der Armee von einer politischen Vereinbarung flankiert werden, berichteten mehrere israelische Medien übereinstimmend.

Zuletzt waren die Angriffe aus der Luft und am Boden gegen Stellungen der pro-iranischen Miliz Hisbollah zwar intensiviert worden, doch dem Vernehmen nach sind die Islamisten in den Gegenden nördlich der Grenze weitgehend geschlagen. Nach Schätzungen der Armee sind seit Beginn der Bodenoffensive rund 1200 Hisbollah-Kämpfer getötet worden, seit Kriegsbeginn vor gut einem Jahr insgesamt 2000.

Auch das Raketenarsenal der Terrormiliz sei stark dezimiert worden. Die Hisbollah verfügte vor Beginn des Kriegs über schätzungsweise 150.000 Raketen. Nach israelischen Schätzungen sind davon weniger als ein Drittel verblieben. Binnen eines Jahres hat die Hisbollah mehr als 14.000 Raketen auf Israel abgefeuert, zahlreiche weitere wurden bei Luftangriffen zerstört. Die israelischen Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Israels Nordkommando arbeitet laut der Zeitung „Yedioth Ahronoth“ bereits an einem Plan für die Sicherung der Nordgrenze nach einem Ende des Kriegs. Teil davon sei eine fortwährende technologische Überwachung des Grenzgebiets, um sicherzustellen, dass die Hisbollah ihre Fähigkeiten nicht wieder aufbauen könne. 

Israel erhöht Druck auf die UNO
An der diplomatischen Front erhöht die Regierung in Jerusalem den Druck auf die Vereinten Nationen und will nun selbst für eine „aktive Durchsetzung“ der UNO-Resolution 1701 sorgen, die unter anderem den Rückzug der Hisbollah hinter den 30 Kilometer von der Grenze entfernten Litani-Fluss. Zudem erlaubt die Resolution eigentlich außer der libanesischen Armee und den UNIFIL-Truppen keine andere bewaffnete Formation im Süden des Libanon. Israel sieht die Blauhelmmission zunehmend als „Hindernis“.

Ein UNIFIL-Soldat beobachtet die libanesisch-israelische Grenze.
Ein UNIFIL-Soldat beobachtet die libanesisch-israelische Grenze.(Bild: APA/AFP/ANWAR AMRO)

Immer wieder gerieten Posten der Friedenstruppen unter Beschuss, was zu mehreren verletzten Soldaten geführt hat. Die Vorwürfe Israels, dass vor den Augen der UNO-Truppen Raketenabschussrampen und Waffenlager der Hisbollah errichtet worden seien, wiegen schwer.

Die Hisbollah-Miliz will ihre Angriffe auf Israel erklärtermaßen erst einstellen, wenn eine Waffenruhe für Gaza vereinbart wurde. Die unter Vermittlung der USA, Ägyptens und Katars geführten Gespräche über ein Ende der Kämpfe kommen jedoch seit Monaten nicht vom Fleck. Daran änderte auch die jüngste Tötung von Hamas-Chef Yahya Sinwar nichts.

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