Obwohl durch Kanal- und Müllgebühren genug Einnahmen für eine Sanierung der 57 Jahre alten Kläranlage in Klagenfurt da wären, fehlen 77 Millionen Euro für die Modernisierung. Und trotz der klammen Stadtkassen soll schon in zwei Jahren mit den Arbeiten begonnen werden.
Die Schuldenfalle in Klagenfurt schlägt bei jedem Budget zu, Jahr für Jahr verwendet man interne Kredite, um das Defizit abzudecken. „Und die kommen immer vom Gebührenhaushalt“, sagt die FP-Stadträtin Sandra Wassermann, die mit Kanal und Müll gut wirtschaften würde. Jetzt werde für diesen Bereich aber viel Geld benötigt. „Die Planungen für den Umbau der Kläranlage sind in der Endphase, 2026 ist Baustart. Derzeit sind nur ein paar Millionen auf diesem Konto, ich will, dass die internen Kredite getilgt werden. Für neue Kredite ist kein Geld mehr da, wir brauchen den Gewinn dringend selbst.“
Ich will, dass die internen Kredite getilgt werden. Für neue Kredite ist kein Geld mehr da, wir brauchen den Gewinn für die Kläranlage selbst.
Sandra Wassermann, zuständige Stadträtin
Vier Jahre sollen die Umbauarbeiten der Kläranlage, die 1967 in Betrieb ging, dauern. 77 Millionen Euro sind dafür nötig. „Auch die Überschwemmungen haben gezeigt, dass modernisiert werden muss. 40 Millionen Liter Abwasser landen täglich in der Reinigungsanlage. Das Rückhaltevolumen wird beim Umbau von 6000 auf 27.000 Kubikmeter erhöht“, so Wassermann. „Bei zukünftigen Überschwemmungen muss es mehr Sicherheit für die Bürger geben.“
Elf Gemeinden nutzen Anlage
Die Kläranlage nutzen elf umliegende Gemeinden. 60 Prozent der Abwässer, die nach der Klärung in die Glan geleitet werden, stammen aus den Haushalten, 40 aus Industrie. „Das Kanalnetz ist 1400 Kilometer lang. Eine Kapazitätserhöhung für Haushalte wird vorgenommen. Derzeit sind wir bei 1150 Liter pro Sekunde, künftig werden es 1850 Liter sein.“
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