24.03.2013 08:13 |

Nach 6:0-Kantersieg

Teamchef Koller ist bereits auf Irland fokussiert

Der höchste Sieg der österreichischen Nationalmannschaft seit fast 14 Jahren hat bei ÖFB-Teamchef Marcel Koller keine überbordende Euphorie ausgelöst. Beim Schweizer stand schon wenige Stunden nach dem 6:0 gegen die Färöer das Dienstagsspiel der WM-Qualifikation auswärts gegen Irland im Fokus.

Die ÖFB-Auswahl müsse sich in Dublin auf ein anderes Kaliber gefasst machen, betonte Koller. "Irland ist ein anderer Maßstab als die Färöer. Es muss jedem Spieler bewusst sein, dass es schwieriger wird. In Dublin wird eine gute Stimmung sein, und wenn die Iren eine Möglichkeit sehen, beißen sie zu", warnte der 52-Jährige.

Unachtsamkeiten wie etwa zu Beginn der zweiten Hälfte dürfe man sich gegen die Truppe von Giovanni Trapattoni nicht erlauben. "Da waren wir ein bisschen zu wenig konsequent und haben uns nicht mehr so an die Organisation gehalten. Aber wenn wir gegen starke Teams wie die Iren nachlassen, werden sie zuschlagen", erklärte Koller.

Bei allen Mahnungen hob der Teamchef aber vor allem die positiven Aspekte des Kantersieges über die Färöer hervor. So bot die ÖFB-Elf laut Koller vor der Pause die beste Leistung in seiner Amtszeit. "In der ersten Hälfte war es ein gutes Spiel. Das, was wir in den Tagen davor ausgearbeitet haben, hat man gesehen, und das hat Spaß gemacht."

Stürmt in Dublin Janko statt Hosiner?
Vor allem Doppeltorschütze Philipp Hosiner drückte der Partie in der ersten Hälfte seinen Stempel auf. Dennoch könnte der Austria-Goalgetter in Dublin auf der Bank sitzen, sollte Trabzonspor-Legionär Marc Janko rechtzeitig seine Adduktorenprobleme überwinden.

"Hosiner sucht die Tiefe, ist schnell. Janko ist eher ein Stürmer mit körperlicher Präsenz, wichtig als Anspielstation und mit seiner Kopfballstärke", erzählte Koller. Nach den Angaben des Schweizers hat Hosiner zwar "gute Karten" für Dublin, doch auch Janko darf sich Hoffnungen machen. "Ich bin überzeugt, Marc hätte gegen die Färöer auch seine Tore gemacht", sagte Koller.

Mit dem von seiner Erkrankung vollständig genesenen Martin Harnik verfügt der Nationaltrainer für das Irland-Match über eine weitere Offensiv-Option, dafür steht hinter dem Einsatz des an einer Fußverletzung laborierenden Julian Baumgartlinger ein Fragezeichen. "Es geht ihm besser. Wir hoffen, dass er am Montag voll ins Training einsteigen kann", meinte Koller. Christian Fuchs (Rücken) und Veli Kavlak (Hüfte) werden von kleineren Wehwechen geplagt, sind aber am Dienstag einsatzbereit.

Trainer-Tadel für Arnautovic
Keine körperlichen Probleme hat Marko Arnautovic, der wohl auch in Dublin in der Startformation stehen wird, obwohl Koller für den Werder-Legionär kritische Worte fand. "Er war aktiv, hat etwas probiert, war aber in seinen Aktionen nicht glücklich und hatte leichtsinnige Ballverluste. Ich habe gelesen, er wollte unbedingt ein Tor schießen, aber das kann nicht das erste Ziel sein."

Gegen die Iren erwartet sich Koller auch von Arnautovic bei Ballverlust eine intensivere Arbeit in der Defensive, um das große Ziel - drei Punkte - auch tatsächlich zu erreichen. Allerdings wäre Österreich nach dem 0:0 von Robbie Keane und Co. in Schweden auch bei einem Remis in Dublin noch im Rennen um Platz zwei. "Wir versuchen, das Team so einzustellen, dass wir gewinnen. Wir wollen gewinnen, aber wenn ein Unentschieden rausschaut, werden wir den Punkt auch mitnehmen", erklärte Koller.

"Wir schauen von Spiel zu Spiel"
Rechenspiele für den zweiten Gruppenplatz wollte der Schweizer nicht anstellen. "Ich mache keine Hochrechnungen. Wir schauen von Spiel zu Spiel", meinte der Teamchef, der seinen Schützlingen am Samstagnachmittag einige Stunden frei gab. Zu einem Besuch von "Wetten, dass..?" in der Wiener Stadthalle durften die ÖFB-Internationalen diese Zeit jedoch nicht nützen - entgegen der Ankündigung des ZDF.

Koller möchte nicht, dass seine Kicker vor dem Irland-Match unnötig abgelenkt werden. "Wir haben keine Zeit, um locker zu lassen. Das würde uns schon am Dienstag wieder um die Ohren gehaut werden", vermutete der Coach.

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