Die Grünen träumen wieder vom „Ringflitzer“, der Bregenz, Lauterach, Schwarzach, Dornbirn, Lustenau, Höchst und Hard miteinander verbindet. Gegenüber Bussen hätte eine Straßenbahn viele Vorteile, argumentieren die beiden Landesparteisprecher Daniel Zadra und Eva Hammerer.
Im Vorfeld der Landtagswahl 2004 hatte der damalige Spitzenkandidat Johannes Rauch die Idee der Ringstraßenbahn erstmals aufs Tapet gebracht. 2005 legten die Verantwortlichen der Rhomberg Gruppe ein Konzept vor, das Bregenz, Dornbirn und Lustenau auf einer kreisförmigen Schienenstrecke verbinden sollte. Doch das Projekt, das sogar für einen Staatspreis nominiert worden war, wurde aber nie verwirklicht.
Nicht sehr innovative Ideen und Redewendungen
Die Wahlkampfzeit ist offenbar die Zeit, alte Ideen wieder aus der Mottenkiste zu holen. So steigt beispielsweise die Zahl der armutsgefährdeten Kinder stetig an, die ÖVPler werden dennoch nicht müde zu betonen, dass von ihnen kein Kind zurückgelassen wird. Ähnliches gilt für die Themen gleiche Bildungschancen oder gemeinsame Schule. Hier pochen die NEOS, offensichtlich auch nicht sehr innovativ, wieder darauf, den Kindern „die Flügel zu heben“. Eine Redewendung, die NEOS-Gründer Matthias Strolz schon 2013 benutzt hat.
Doch was ist neu an der Idee, die die beiden Landesvorsitzenden Daniel Zadra und Eva Hammerer präsentierten? Auf den ersten Blick nicht viel. Die Argumente für eine Bim ähneln jenen, die Johannes Rauch schon vor 20 Jahren vorgebracht hatte: Eine Straßenbahn bietet mehr Platz für Passagiere als ein Bus. Da eine Bim über eine eigene Trasse verfügt, steht diese nicht im Stau und kommt schneller ans Ziel. Und nicht zuletzt würden Öffi-Nutzer lieber in eine Bahn als in einen Bus einsteigen.
Verändert haben sich hingegen die Zahlen: Rund 154.000 Menschen leben inzwischen im Einzugsgebiet des „Ringflitzers“. Entlang der geplanten Strecke liegen zehntausende Arbeitsplätze, zahlreiche Schulstandorte, Messepark und Messeareal. Um die neuralgischen Staupunkte im Unteren Rheintal zu entlasten, könnte eine Ringstraßenbahn also durchaus ein Ansatz sein.
Der Ringflitzer bringt Vorarlberg auf die Überholspur und macht den öffentlichen Verkehr bereit für die Zukunft.
Daniel Zadra
Was die Kosten betrifft, würde die Umsetzung einer ersten Etappe von Dornbirn nach Höchst mit rund 190 Millionen Euro zu Buche schlagen. Im Vergleich zu anderen Verkehrsprojekten – beim Feldkircher Stadttunnel wird von 300 Millionen Euro ausgegangen, Tendenz weiter steigend – also fast ein Schnäppchen.
Unterstützung dürfte es zudem seitens der EU und des Bundes geben. In Linz, Graz und Innsbruck habe Klimaschutzministerin Leonore Gewessler regionale Stadtbahnprojekte mit bis zu 50 Prozent der Investitionskosten gefördert, betonen die Grünen. „Mit dem Ringflitzer bringen wir Vorarlberg auf die Überholspur“, ist Zadra überzeugt.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.