Sind die Tiroler nur ehrlicher als die Autofahrer anderswo? Bei der Smartphone-Nutzung am Steuer gehen sie laut Umfrage immer wieder ein hohes Risiko ein. Unfallzahlen mit Ablenkung als Ursache mahnen, die Asfinag startet eine Kampagne.
Knapp 60 Prozent aller Autofahrer nutzen das Handy, um zu telefonieren oder Nachrichten zu lesen oder sogar selbst welche zu schreiben. Das ist das Ergebnis einer IFES-Umfrage im Auftrag der Asfinag. In manchen Bereichen gehen die Tiroler sogar ein noch größeres Risiko ein: Im Schnitt gaben rund 20 Prozent an, Nachrichten während der Fahrt zu lesen, in Tirol sind es mit 28 Prozent deutlich mehr.
Tiroler selbstbewusst bei eigener Einschätzung
Jede und jeder Siebente gab im Durchschnitt an, ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren und sogar Nachrichten zu schreiben oder im Internet über Smartphone zu recherchieren. In Tirol gab das jede und jeder Fünfte zu.
Noch überraschender: Die Frage „Ich bin geschickt genug, zu lenken und gleichzeitig das Handy zu bedienen“ beantworteten 17 Prozent mit „Ja“ – in Tirol sind es fast 25 Prozent!
Durch Ablenkung: Viele Unfälle mit viel Leid
Wie gefährlich Ablenkung ist, sieht man an der bundesweiten Unfallstatistik: Im Jahr 2023 waren auf diese Ursache 569 Unfälle zurückzuführen, bei denen 119 Menschen schwer verletzt wurden, zwölf starben. Erst danach folgen als Ursachen mangelnder Sicherheitsabstand (523 Unfälle mit 49 Schwerverletzten und einem Toten) sowie nicht angepasste Geschwindigkeit (439 mit 62 Schwerverletzten und zwölf Todesopfern).
Im Durchschnitt steht also alle neun Kilometer eine Rastmöglichkeit zur Verfügung.
Asfinag-Mahnung zum Stoppen bei Handy-Nutzung
Kampagne auf vielen Kanälen gestartet
Die Lösung für mehr Sicherheit ist laut Asfinag simpel: Die Experten verweisen auf 59 Rastplätze und 108 Parkplätze im 2250 Kilometer umfassenden Netz. „Im Durchschnitt steht also alle neun Kilometer eine Rastmöglichkeit zur Verfügung.“
Die Kampagne „Park & Write“ soll auf Stopps hinweisen, die man zum gefahrlosen Lesen oder Schreiben von Nachrichten einlegen soll. Inserate, Radiospots, Social-Media-Appelle und Brücken-Transparente sollen sensibilisieren.
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