Jordi Savall ist ein alljährlicher Glanzpunkt im Styriarte-Programm. In Stainz leitete der 82-jährige Maestro am Wochenende Mozarts Messe in c-Moll. Ein Wiedersehen mit ihm gibt es zum Finale des Festivals am 20. und 21. Juni.
Sie ist zu Mozarts Lebzeiten ein Fragment geblieben – doch schon als solches nahezu vollkommen. Denn die 1783 komponierte Messe in c-Moll KV 427 vereint die Pracht barocker Kirchenmusik mit der für Mozart so typischen lyrischen Sinnlichkeit.
Eine Verbindung, die der 82-jährige Alte-Musik-Spezialist Jordi Savall in seinem Dirigat bei der Styriarte in der Pfarrkirche Stainz auszudrücken weiß. Wer während des „Kyrie“ die Lider schließt, kann vor dem inneren Auge die räumliche Staffelung förmlich sehen, die das Festspiel-Orchester unter Savalls erfahrener Anleitung der Eröffnung einprägt. Die kluge Arbeit mit klanglichen Tiefen, voller dynamisch abgewogener Einsätze des klangschönen Schönberg-Chors, strotzt vor sakraler Überzeugungskraft. Auch wenn sie später, etwa im „Credo“, etwas zugunsten von kontrollierter Opulenz zurücktritt.
Bravouröse Solisten
Als lebendig fühlendes Gegengewicht zum Geistigen arbeitet in der Folge der blumige Sopran von Miriam Kutrowatz. Während die gerade in höheren Gefilden wirkungsstarke Mezzosopranistin Marianne Beate Kielland mehr als Partnerin denn als Kontrast zu Kutrowatz fungiert, bildet diese das Energiezentrum des Solistenquartetts, verleiht mit ihrer vitalen, ausgewiesen charmanten Opernstimme der religiösen Musik eine persönliche Charakternote. Den Männerstimmen Daniel Johannsen (Tenor) und Manuel Winckhler (Bass) bleibt wegen geringer Bühnenzeit im Vergleich dazu wenig Raum für Bravour, mit beweglichen Einsätzen haben sie ihre Parts aber gut im Griff.
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