Forscher auf der Alm: Hörsaal der Biologen wurde für drei Tage ins Lungauer Riedingtal verlegt. So bedroht sind Flora und Fauna in der alpinen Welt: Monitoring-Projekt wurde gestartet.
Adler. Schneehühner. Molche. Frösche. Kreuzottern. Beim Biodiversitätsmonitoring im Lungauer Riedingtal ist die Artenvielfalt (noch) beeindruckend. „Es ist toll, hier Pflanzen, Tiere und Geologie draußen zu erleben“, meint Studentin Christiane Dum. Und Verena Hochreiter ergänzt: „Wir haben sehr viele Arten bestimmt.“
Auf der Seppalm ist eine Art Außenstelle eingerichtet. Auch ein Forschungsprojekt ist Teil der Exkursion. Was wie ein weißes Zelt aussieht, ist eine Malaise-Falle, die Fluginsekten anlockt: „Sie fallen hier in ein Gefäß mit Alkohol. Etwa 80 Prozent sind kleine Fliegen“, erklärt Andreas Tribsch, Biologe mit Schwerpunkt Artenvielfalt im alpinen Raum.
Forschungsziel: Rückgang der Arten früh erkennen
Während sein Kollege Mathias Hopfinger mit einem Casher über die Almwiesen geht und weitere Insekten einfängt. Die herkömmlichen Methoden sollen jetzt weiter verfeinert werden, um Artensterben früh genug zu erkennen. Vielversprechend sind hierbei DNA-Proben von abgewaschenen Pflanzen oder aus dem Boden.
Schrillen schon die Alarmglocken? „Ja, leider. Der Artenrückgang passiert auch in den Schutzgebieten“, so Professor Tribsch. Österreich sei längst keine Insel der Seligen mehr. Nördlich der Alpen sind 50 Prozent der Arten gefährdet. Im Gebirge nimmt der Grad an Bedrohung leicht ab.
Finanziert wird das Monitoring-Projekt GeMonA+ (Genetisches Monitoring Austria) über den Biodiversitätsfonds des Umweltministeriums. Mehrere österreichische Universitäten sind beteiligt.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.