Weltpremiere

Hyundai Inster: Das kann der coole E-Winzling

Motor
28.06.2024 00:41

Ob Inster nur zufällig klingt wie Insta(gram), sei dahingestellt. Der so bezeichnete elektrische Mini-Hyundai wird Likes nur so auf sich ziehen – und zwar im richtigen Leben. Außen winzig, innen riesig ist er ein derartiges Match für den Stadtverkehr, dass er eigentlich Tinder heißen müsste.

(Bild: kmm)

Mit seinen Glupschaugen möchte man ihn fast in den Arm nehmen und herzen. Bei einer Breite von nur 1,61 Meter freut man sich auf jede Engstelle und bei 3,83 Meter Länge auf die Parkplatzsuche. Beim Einparken an sich kann der Fahrer dem Kleinen voraussichtlich von außen zusehen.

Steigt man ein, ist man vom Platzangebot überrascht. Vorne sitzen trotz der geringen Breite auch zwei Erwachsene platzangstfrei nebeneinander, hinten sitzen zwei 1,90 Meter große Menschen auch dann unbeengt, wenn zwei mit dem gleichen Gardemaß die bequemen vorderen Sessel besetzen. Dazu trägt der mit 2,58 relativ große Radstand bei.

Hyundai Inster beim World Car Award in der Villa Raab im hessischen Alsfeld. (Bild: Stephan Schätzl)
Hyundai Inster beim World Car Award in der Villa Raab im hessischen Alsfeld.
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)

Die Rücksitzbank ist 50:50 zweigeteilt um 16 Zentimeter verschiebbar. In der hintersten Position verbleiben 280 Liter Kofferraumvolumen, auf Anschlag nach vorne bewegt sind es beachtliche 351 Liter. Legt man die Rücklehnen zu einer topfebenen Fläche um, erhält man 1059 Liter. Zusätzlich lässt sich die Beifahrersitzlehne nach vorn klappen und arretieren, dann geht sich sogar bis zu 2,20 Meter langes Ladegut aus. Auch der Fahrersitz ist umklappbar, das hilft nur nicht besonders beim Transportieren von Ladung.

Der Innenraum ist ebenso poppig gestaltet wie das Äußere, die Materialien sind teilweise recycelt. Es gibt noch eine ganze Reihe haptischer Tasten, auch am Lenkrad, wie man das von anderen Hyundai-Modellen kennt. Zwei 10,25-Zoll-Displays sind aufgesetzt. Lenkradheizung, Sitzheizung, 230-Volt-Steckdose (V2L ist auch außen möglich), alles vorhanden. Auch die Totwinkelkamera, die den Blick seitlich neben das Auto ins Tachodisplay einblendet.

(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)

Es ist jede Menge Ausstattung erhältlich, die man in der kleinsten Klasse nicht gewohnt ist, bis hin zum Adaptivtempomaten mit Spurführung. 64-Farben-Ambientebeleuchtung, elektrisches Glasschiebedach und viele weitere Assistenten – vieles wird allerdings Aufpreis kosten oder zu einem höheren Ausstattungsniveau gehören. Verzicht muss man jedenfalls nicht üben, wenn man es sich leisten kann.

Den Antrieb besorgt ein 147 Nm starker Elektromotor an der Vorderachse, der 71 kW/97 PS oder 85 kW/115 PS leistet. Das ist abhängig von der gewählten Batteriekapazität: 42 oder 49 Kilowattstunden brutto (netto gibt Hyundai nicht an). Der Standardsprint gelingt in 11,7 bzw. 10,6 Sekunden, das Höchsttempo ist 140 bzw. 150 km/h. bei einem (geschätzten) WLTP-Verbrauch von 15,3 kWh/100 km soll eine Reichweite von gut 300 bzw. 355 Kilometer möglich sein (inoffiziell, weil noch nicht homologiert). Die Spannung beträgt 400 Volt.

Auch wenn der Hyundai Inster nicht auf einer neuen Elektroplattform basiert, sondern auf dem Verbrenner namens Casper, scheint er erstaunlich gut gelungen. Wir swipen sein Foto nach rechts und freuen uns auf ein Treffen – gegen Jahresende zu einem Basispreis unter 25.000 Euro.

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