Mi, 17. Oktober 2018

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05.12.2012 16:13

Andy Marek: "Die Wunderwelt Rapid gibt's nach wie vor"

In der tipp3-Bundesliga seit drei Spielen ohne Punkteverlust, als einziges österreichisches Team in der Europa-League-Gruppenphase vertreten, Zuschauer-Magnet Nummer eins - und trotzdem grassiert in und um Hütteldorf eine hartnäckige Grunddepression. Zu Unrecht, wie die Rapid-Obrigkeit befindet. Klubservice-Chef Andy Marek prescht jetzt mit einer Gute-Laune-Offensive vor. "Die Wunderwelt Rapid gibt's noch immer", posaunt er. "Nur geht's vielleicht ab und zu ein bisschen langsamer voran."

Abschluss-Pressekonferenz im Ernst-Happel-Stadion vor dem letzten Europa-League-Auftritt Rapids gegen Metalist Charkiw: In seinem Eingangsstatement wird Organisationschef Marek für einige Sekunden von Bruder Leichtfuß überrumpelt. Er spricht davon, dass es im Heimspiel gegen Metalist "sportlich um nicht mehr sehr viel geht".

Eine Aussage, die ihn sichtlich wurmt. Minuten später meldet er sich noch einmal zu Wort, sagt: "Ich ertappe mich gerade selbst dabei, wie ich in diese Depression verfalle." Er wolle das Spiel keineswegs als wertlos abtun, sagt Marek. Und müht sich redlich, die Tatsache, dass für Charkiw 36.000 Karten weg sind, als ansehnlichen Erfolg zu verkaufen. "Welche österreichische Mannschaft würde für so ein Spiel auch nur die Hälfte Fans mobilisieren können?", fragt er in die Runde und gibt die Antwort gleich selbst: "Keine einzige."

"Jammern auf sehr hohem Niveau"
Marek und Co. wollen in die von Medien und vielen Fans prolongierte Jammerei partout nicht einstimmen, den angeblichen Bruch zwischen Fans und Mannschaft nicht registrieren, die vermeintliche sportliche Malaise nicht erkennen. "Wir spielen im Europacup immer wieder vor 30.000, 40.000 Leuten. Auswärts begleiten uns Tausende Fans. Das sollte nicht als selbstverständlich angesehen werden", sagt Marek. "Wir jammern auf sehr hohem Niveau."

Schrammel von den Fans nicht beschimpft?
Als Realitätsverweigerer positioniert sich Marek dennoch nicht. "Natürlich wissen wir, dass es auch schwierige Situationen gibt", sagt er. Gemeint ist damit etwa die Tatsache, dass sich die Mannschaft zuletzt nicht so demonstrativ wie sonst üblich von den Fans verabschiedete. Oder der Umstand, dass Linksverteidiger Thomas Schrammel beim Spiel in Trondheim von eigenen Fans wüst beschimpft worden sein soll.

Marek hakt ein: "Dass Schrammel kollektiv von den Fans beschimpft wurde, stimmt schlicht nicht. Ich bin das ganze Spiel über bei unserem Fansektor gestanden und habe das nicht gehört. Wahr ist, dass es ein einziger war, der Schrammel unschöne Wort zugerufen hat. Und dieser Fan wird sich nächste Woche mit ihm zusammensetzen und die Probleme aus der Welt schaffen."

"Manche Personen wurden geradezu gemobbt"
Zurückhaltender in der Causa Fans gibt sich Trainer Peter Schöttel. Er scheint müde, die Fans immer und immer wieder beknien zu müssen. "Ich habe eineinhalb Jahre lang förmlich um Unterstützung von den Rängen für die Mannschaft gefleht. Jetzt aber ist das nicht mehr mein Thema, daher will ich es auch nicht näher kommentieren", sagt der Cheftrainer. Er verstehe, dass "eine gewisse Unzufriedenheit herrscht", habe aber auch registriert, dass "gewisse Spieler nicht korrekt behandelt und manche Personen in diversen Internetforen geradezu gemobbt wurden".

Was Fan-Guru Marek nicht davon abhält, zu behaupten: "Vor zwei Jahren haben alle noch von der Wunderwelt Rapid gesprochen, und jetzt soll alles schlecht sein? Die Wunderwelt Rapid gibt's nach wie vor, nur geht's darin ab und zu vielleicht ein bisserl langsamer voran."

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