Inflation

Wie du dein Geld vor Wertverlust schützen kannst

Wirtschaft
03.11.2012 11:40
Bei Inflationsraten von aktuell 2,7% ist eines klar: Das gute alte Sparbuch verspricht zwar nominelle Sicherheit des geparkten Geldes, die Kaufkraft deiner Ersparnisse wird jedoch immer weniger. Denn um die Inflationsrate auszugleichen, brauchst du eine KESt-pflichtige Anlage von mindestens 3,6% p.a. - wie du veranlagen kannst, erfährst du hier.

Bausparen
Trotz der Reduktion der staatlichen Förderung ist der Bausparvertrag nach wie vor ein Ansparvehikel, das nicht außer Acht gelassen werden sollte: die Guthaben sind im Rahmen der staatlichen Einlagensicherung gedeckt und die staatliche Förderung ist nach wie vor vorhanden. Diese beträgt derzeit 1,5% – aber immerhin 1,5%, die nicht der KESt-Pflicht unterliegen. Damit schaffst du bei einem Vertrag, der eine KESt-pflichtige Verzinsung von 2% aufweist immerhin den Inflationsausgleich.

Doch wo Vorteile, da auch Nachteile: So zum Beispiel die lange Laufzeit von sechs Jahren. Weiters wird eine Kontoführungsgebühr für die Verwaltung der Verträge verrechnet, die gerade bei kleineren Sparbeträgen die Erträge stark anknabbert. Du solltest daher die maximal geförderte Sparleistung von 1.200 Euro pro Jahr so weit wie möglich ausnützen. 

Die Frage, ob nun eine Fixverzinsung oder eine variable Verzinsung besser geeignet ist, hängt von den angebotenen Fixzinssätzen ab. Werte von weniger als zwei Prozent sollten keinesfalls für die gesamte Laufzeit fixiert werden, da die Zinsen zwar im Moment weiter sinken, aber längerfristig wieder Steigerungen kommen sollten.

Inflationsgeschützte Anleihen
Viele Banken begeben derzeit Anleihen, die mit einem expliziten Inflationsschutz ausgestattet sind. Dabei richtet sich die Verzinsung der Anleihe nach der Inflationsrate: Bei manchen Produkten wird 1:1 die aktuelle Inflation als Kupon ausgezahlt, andere bieten sogar das Anderthalbfache oder die Inflationsrate multipliziert mit einem anderen Faktor. Manchmal bezieht sich die Anleihe auch auf einen Zinsindikator wie einen EURIBOR-Wert (Basis für viele Kreditzinsen und Zinsen für täglich fällige Spareinlagen, Anm.). Steigen die Zinsen am Markt, dann steigt auch die Verzinsung der Anleihe. 

Es sind auch Produkte zu finden, die eine fixe Mindestverzinsung auszahlen oder in manchen Jahren der Laufzeit eine fixe Verzinsung, in anderen die Inflationsrate multipliziert mit einem bestimmten Faktor bieten. Du solltest jedenfalls Produkten mit einem Mindestkupon den Vorzug geben, da du dich hier auf ein Szenario einstellen kannst, was im schlechtesten Fall ausgezahlt wird.

Aber Vorsicht: Die Anleihen sind nur so viel wert wie das Unternehmen, das sie auszahlt. Lockt ein Unternehmen mit verdächtig hohen Zinsen, kannst du davon ausgehen, dass die Bonität aktuell nicht allzu gut ist. Informiere dich über das Unternehmen, das die Anleihe herausgibt, und bilde dir deine eigene Meinung, wie realistisch es ist, dass es am Ende der Laufzeit noch existiert. 

Versicherungen
Aktuelle Versicherungsprodukte funktionieren oft nach dem gleichen Schema wie bei den Anleihen beschrieben: eventuell fixe Mindestverzinsung zuzüglich Inflationsrate. Hier ist wichtig, dass du dich informierst, wie die Kapitalgarantie der Versicherung begeben werden soll: Wer ist der Garantiegeber? Wie wird im Hintergrund veranlagt? Und wieder gilt: Hausverstand einschalten. Utopisch hohe Zinsversprechungen können auf eine schiefe Finanzlage hindeuten, was dein Geld in Gefahr bringt. 

Aber auch die Renditen ganz klassischer Kapitallebensversicherungen brauchen beim aktuellen Zinsniveau den Vergleich mit dem Sparbuch nicht zu scheuen. Vergleiche mehrere Anbieter, um die Kosten der verschiedenen Produkte besser vergleichen zu können.

Generell musst du dich darauf einstellen, dass die Laufzeiten für Einmalerläge ab fünfzehn Jahren aufwärts liegen – dies hat steuerliche Gründe. Darum solltest du in dieser Form nur Beträge parken, die du längerfristig nicht brauchst.

Immobilien
Wer entsprechend Geld auf der hohen Kante hat, kann auch in Immobilien investieren. Hier sind aktuell die Preise aber schon sehr hoch und es ist auf die Wertstabilität der Immobilie zu achten, sonst kann sich das Thema auch zu einem Verlustgeschäft entwickeln. Kaufst du eine Wohnung zum Zweck der Vermietung, kannst du durch jährliche Mietanpassungen zumindest die Erträge aus dem Investment wertsichern. Beim Wiederverkauf sind Spekulationsfristen zu beachten.

Wertpapiere
Bist du in den sicherheitsorientierten Veranlagungen bereits gut aufgestellt, kannst du überlegen, ertragversprechendere, dynamische Anlageformen beizumischen. Aktien- bzw. Immobilienfonds können hier eine gute Wahl sein, sofern sie breit gestreut sind und die Kosten für das Depot und den Erwerb überschaubar bleiben. Du musst dich jedoch auf eine Behaltedauer von acht Jahren grundsätzlich einstellen, um Wertschwankungen ausgleichen zu können.

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