Tor in letzter Sekunde

Irre! Österreich bezwingt Olympiasieger Finnland

Eishockey
16.05.2024 18:39

Völlig verrückt! Österreich hat sich bei der Eishockey-WM in Prag gegen Olympiasieger Finnland durchgesetzt. Die Truppe von Roger Bader drehte die Partie gegen den haushohen Favoriten, Benjamin Baumgartner traf in der allerletzten Sekunde zum 3:2.

Nach der historischen Aufholjagd beim 6:7 gegen Kanada hatte Head Coach Roger Bader seinem Team am Mittwoch freigegeben. Das tags darauf an das historische 5:0-Schlussdrittel im Match gegen den nächsten Medaillenkandidaten zu Beginn nicht anschließen konnte. Zwar gab das Team, in dem Lucas Thaler statt Ali Wukovits und Kilian Zündel statt Nico Brunner aufgeboten wurde, vor 15.300 durch Nissner den ersten Schuss ab, Finnland brachte aber im Startdrittel seine Favoritenrolle ganz klar aufs Eis.

Viel zu tun für Kickert
Im Österreich-Tor erhielt David Madlener nach dem höchst intensiven Kanada-Match eine Pause, gegen das nächste Top-Team gab’s nun für David Kickert von Beginn an viel Arbeit. Gegen Oskanen konnte der Salzburg-Goalie noch parieren, bereits in Minute 3 schlug’s aber ein: Paladinen setzt sich hinterm Tor gegen Steven Strong durch, bei seinem Pass kommt im Slot Thaler gegen Maenalanen zu spät – 1:0 für den Olympiasieger und Weltmeister von 2022. Der durch Saarijarvi (7.) und Kaski (7.) weitere Chancen vergibt, ehe früh das 2:0 fällt (9.): Die Österreicher, die viel Zeit in der Defensivzone verbringen müssen und dem Puck nachlaufen, vertendeln im hohen Slot den Puck -  Oliver Kapanen sagt „Danke“, schießt sich mit seinem sechsten Turniertor an die Spitze der Torschützenliste.

(Bild: GEPA/GEPA pictures)

In der Folge läuft die Scheibe auch im ersten Überzahlspiel von Suomi gut, Innala schießt aber übers leere Tor (9.). Die Österreicher bemüht, zumindest Nadelstiche zu setzen, das bis dato effizienteste Team des Turniers schafft es im ersten Drittel aber nicht aufs Scoreboard: Haudums Schuss wird geblockt (12.), Schneiders Versuch pariert EHC-Biel-Goalie Harri Sateri mit der Stockhand, auch Raffl scheitert (19.). Mit einem verdienten 2:0 (bei 14:4 Schüssen) für die in allen Belangen überlegenen Favoriten geht’s in die erste Drittelpause.

Druck auf den Ausgleich
Nach der Rot-Weiß-Rot aber viel besser auftrat, den Mittelabschnitt völlig ausgeglichen gestalten konnte! Raffl vergibt die erste Gelegenheit (21.) und auf der anderen Seite Kapanen eine Riesenchance. Ehe der Außenseiter zum Anschlusstor kommt, den defensiv so starken Finnen in ihrem vierten Spiel das erst dritte Gegentor beschert: Die Salzburg-Sturmreihe mit einer schönen Kombination: Raffl auf Nissner  – und Mario Huber hebt die Scheibe zu seinem ersten Turniertor unter das Tordach – 1:2 (24.)! Die Skandinavier wütend, antworten mit Schüssen von Maat (25.), Innala und Granlund (26.)  – aber Kickert ist stets zur Stelle. Die Österreicher in der Folge in ihrer besten Phase voll im Spiel, setzen etwa durch einen schönen Check von Zwerger gegen Maenlanen auch körperlich Akzente. „Ausgleich“, forderten die zahlreichen rot-weiß-roten Anhänger in der Prag-Arena, dem das Team von Roger Bader auch nah kommt. Zuerst bedient Schneider Heinrich, der aber scheitert (31.). Bernd Wolf versucht’s von der Blauen  (35.), und auch in gleich zwei Überzahlsituationen ist man dem Ausgleich ganz nah: Rossi, Raffl, Heinrich, Baumgartner, Haudum finden Chancen vor, doch das Tor fällt nicht. Finnland bleibt auch dank Glück bei der WM vorerst ohne Unterzahl-Gegentor.

(Bild: GEPA/GEPA pictures)

Österreich geht aber mit breiter Brust und dem Momentum ins Schlussdrittel, das ja zuvor gegen Kanada historisch war. Die Schüsse von Unterweger (42.)  und Baumgartner (43.) fallen noch zu harmlos aus, in erneuter Überzahl brennt’s aber lichterloh für die Finnen. Österreich lässt die Scheibe gut laufen, spielt die Skandinavier müde. Raffl scheitert noch aus kurzer Distanz, dann packt Zwerger aber die Harpune aus – das vermeintliche 2:2 (45.)! Das aber nicht zählt – denn Raffl stand im Torraumabseits – und die Entscheidung stand auch nach der Challenge von Roger Bader.

Österreich in der Folge selbst in Unterzahl, Kickert bleibt aber gegen Oskanen und Kaski (37.) famos – und Österreich gegen das nächste Top-Team in Schlagdistanz. Ehe tatsächlich der Ausgleich fällt: Thiemo Nickl zieht von der Blauen ab – und der Puck schlägt unter der Latte ein – 2:2 (50.)! Ehe es wieder brenzlig wird, als Wolf vier Minuten vor Schluss in die Kühlbox muss. Aber Kickert macht gegen den Hammer von Puustinen die Mauer, Rohrer und Co. blocken tapfer Schuss um Schuss, ein Tor der Finnen findet keine Anerkennung, Oskanen trifft Außennetz trifft  Oskanen, Kickert famos gegen Riikola. 

Baumgartner macht Sensation perfekt
Vier Sekunden vor Schluss noch einmal die famosen Österreich. Haudum scheitert, aber Benjamin Baumgartner schlenzt die Scheibe noch einmal aufs Finnen-Tor – und der Puck schlägt tatsächlich in der letzten Sekunde (!) ein. Nach Videobeweis steht die Entscheidung – und brechen bei Rot-Weiß-Rot am Eis und auf den Rängen alle Dämme. Die Österreicher schaffen gegen den zweifachen Weltmeister tatsächlich die Sensation, drehen einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg. Einfach unfassbar, dieses ÖEHV-Team!

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(Bild: KMM)



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