So, 18. November 2018

Zum Schießen

03.10.2012 13:37

"Borderlands 2": 1.000 Waffen sagen mehr als Worte

Die menschliche Gier ist unersättlich. "Borderlands 2" liefert dafür den besten Beweis. Die Fortsetzung des Rollenspiel-Shooters aus dem Hause 2K besticht vor allem durch eines: tonnenweise Waffen, Mods, Skins und andere Möglichkeiten der Individualisierung . Der Jagdtrieb ist dadurch geweckt - und wird dank zahlreicher Herausforderungen und Nebenmissionen lange aufrecht gehalten.

"Borderlands 2" unterscheidet sich auf den ersten Blick zunächst kaum von seinem Vorgänger. Anstatt große Veränderungen vorzunehmen, konzentrierten sich die Entwickler auf Feinheiten und besserten an entscheidenden Stellen nach, um ein insgesamt ausgewogeneres und harmonischeres Spielerlebnis zu schaffen. Das eigentliche Wesen des Spiels blieb dabei unangetastet: Nach wie vor gilt es, jeden über den Haufen zu schießen, der nicht bei drei die Hand zum freundlichen Gruße erhebt, und davor, währenddessen und danach alles einzusacken, was Kisten, Fässer und andere Behältnisse an Beute bereithalten.

Die Waffe macht den Unterschied
Dabei handelt es sich vornehmlich um Munition und natürlich Waffen. Von Letzteren gibt es abermals reichlich, und ehe man sich versieht, hat einen das Sammelfieber gepackt und man befindet sich auf der Suche nach der ultimativen Wumme, um damit gegenüber Banditen, hinterfotzigen Fotzi-Viechern und anderen Kreaturen den entscheidenden Vorteil zu haben. Ein zunächst aussichtlos erscheinender Kampf kann sich durch die richtige Waffe schließlich schnell zum guten Wenden und die vier bis fünf vorangegangenen Anläufe vergessen machen, in denen man vergeblich versuchte, einem Bossgegner beizukommen und deshalb drauf und dran war, Controller und Konsole unter lautem Schreien kurz und klein zu schlagen.

Individualisierungsmöglichkeiten noch und nöcher
Denn: Eine Anpassung des Schwierigkeitsgrades ist leider nicht möglich. Im Gegenzug bietet "Borderlands 2" einem nahezu sämtliche Freiheiten bei der Anpassung des Charakters an die eigenen Spielgewohnheiten. Das beginnt bereits bei der Wahl der Klasse, von denen vier mit jeweils individuellen Fähigkeiten zur Auswahl stehen: der aus Deckung heraus agierende und mit einem automatischen Geschütz ausgestattete Soldat, der grob geschnitzte und zeitweise mit zwei Kanonen ballernde Gunzerkern, der mit Scharfschützengewehr und Schwert hantierende Assassine oder die Sirene, die ihre Gegner in der Luft festhalten und somit zeitweise außer Gefecht setzen kann.

Durch das Erlangen von Erfahrungspunkten im Kampf kann jeder dieser Charaktere rollenspieltypisch weiter geformt werden. Mit dem "Badass-Token"-System bietet das Spiel darüber hinaus zusätzliche Möglichkeiten der Anpassung: Wer bestimmte Herausforderungen (Töte X Gegner mit Waffe Y, im Nahkampf, etc.) meistert, kann Parameter wie Nachladezeiten, Magazingröße oder Gesundheitsanzeige positiv beeinflussen. Modifikationen für Granaten und Waffen sowie Skins für das optische Erscheinungsbild runden das Angebot ab. Positiv: Sämtliche Menüs sind dafür nun aufgeräumter und besser strukturiert.

Koop-Spaß mit bis zu vier Spielern
Am besten ausgleichen lassen sich die jeweiligen Stärken und Schwächen der Charaktere natürlich im Koop-Spiel mit bis zu vier Spielern, wenngleich sich der Schwierigkeitsgrad mit zunehmender Spieleranzahl erhöht. Je mehr Spieler, desto größer ist zudem das Gerangel um die vorhandenen Items. Ein Austausch von Gegenständen untereinander ist über das Inventar zwar möglich, allerdings etwas umständlich gelöst. Wer alleine loszieht, hat derlei Sorgen nicht, dafür aber auch keine erste Hilfe leistende Hand zur Seite, wenn er im Gefecht den Kürzeren zieht. Zudem müssen Solo-Gamer beim Fahren von A nach B zeitgleich sowohl das Lenkrad als auch das Bord-Geschütz bedienen.

Reichlich Witz und schwarzer Humor
Schade ist diesbezüglich, dass die Steuerung der Vehikel erneut recht schwammig ausgefallen ist und die Fahrzeuge nicht tieferer Bestandteil des Gameplays sind. Sie dienen weiterhin ausschließlich der Fortbewegung. Wer etwas auf sich hält, geht aber ohnehin zu Fuß. Einerseits, um neue Schätze zu entdecken. Andererseits, um an weitere Nebenmissionen zu gelangen und damit Abstand von der Haupthandlung rund um die Erlegung des Bösewichts Handsome Jack zu gewinnen.

Die Nebenmissionen sind es schließlich auch, die bei "Borderlands 2" nebst der nötigen Abwechslung für etliche Lacher sorgen. In ihre Gestaltung haben die Entwickler von Gearbox jede Menge origineller Ideen und reichlich schwarzen Humor einfließen lassen, wodurch das Spiel insgesamt an Tiefe gewinnt und mehr Rollenspiel-Charakter aufweist als noch sein Vorgänger.

Bild lädt nach
In Sachen Technik gibt es wenig zu bemängeln. Auf der Xbox luden die Texturen während des Tests zwar sichtbar zeitverzögert nach und auch kleinere Bugs und Glitches blieben nicht aus, negativen Einfluss auf den Spielfluss hatte dies allerdings nicht. Nach wie vor sehr schön anzusehen ist die Cel-Shading-Optik des Spiels. Der comichafte und zeichnerische Stil wurde im Vergleich zum Vorgänger noch einmal intensiviert, was insbesondere bei den teils sehr skurrilen Charakteren im Spiel zum Ausdruck kommt.

Fazit: "Borderlands 2" stellt in vielerlei Hinsicht eine Verbesserung zu seinem Vorgänger dar. Auch wenn manch kleineres Ärgernis geblieben ist (Schwierigkeitsgrad, ständig respawnende Gegner), überwiegt der positive Gesamteindruck. Seinen Reiz gewinnt der Titel in erster Linie durch die unzähligen Waffen und Gegenstände, die zu sammeln bald zur Hauptaufgabe wird – stets mit dem Ziel vor Augen, den eigenen Charakter weiter aufzurüsten und zu verbessern. Was – kleinere Frusterlebnisse außer Acht lassend – schon alleine sehr unterhaltsam ist, wird jedoch erst im Koop-Spiel so richtig spaßig. Wer kann, sollte sich also mit Freunden ins Gefecht stürzen.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, PC
Publisher: 2K Games
krone.at-Wertung: 9/10

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