UNO-Kritik:

Israel behindert Befragung von Hamas-Opfern

Ausland
16.04.2024 16:47

Eine seit 2021 bestehende Kommission der Vereinten Nationen zur Untersuchung von Verstößen gegen die Menschenrechte und gegen das humanitäre Völkerrecht in Israel und in den Palästinensergebieten beklagt eine Behinderung ihrer Arbeit durch die israelische Regierung.

Derzeit befassen sich die Ermittler mit den Ereignissen vom 7. Oktober und dem nachfolgenden Krieg gegen die Terrororganisation Hamas. „Was die israelische Regierung angeht, erleben wir bisher nicht nur einen Mangel an Kooperation, sondern eine aktive Verhinderung unserer Bemühungen, über israelische Zeugen und Opfer Beweise für die Vorfälle in Südisrael zu erhalten“, sagte Chris Sidoti von der vom UNO-Menschenrechtsrat eingesetzten Untersuchungskommission am Dienstag in Genf.

Kommission: „Erhalten keinen Zugang“
„Ich bedauere, dass Menschen in Israel, die mit uns sprechen möchten, diese Möglichkeit verweigert wird, weil wir keinen Zugang zu Israel erhalten“, erklärte die Vorsitzende der Kommission, die frühere UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay.

Die südafrikanische Juristin Navi Pillay war von 2003 bis 2008 Richterin am Internationalen Strafgerichtshof. (Bild: APA/AFP/Fabrice COFFRINI)
Die südafrikanische Juristin Navi Pillay war von 2003 bis 2008 Richterin am Internationalen Strafgerichtshof.

Israel wies die Vorwürfe zurück und erhob seinerseits Anschuldigungen gegen die Kommission. UNO-Vertreter seien bereits im Land gewesen und hätten Überlebende und Opfer des Angriffs vom 7. Oktober getroffen. Aber die 1200 Todesopfer, die vergewaltigten Frauen und Mädchen und die Geiseln im Gazastreifen wüssten sehr genau, dass sie von dieser Kommission und ihren Mitgliedern weder gerecht noch in würdiger Weise behandelt würden. 

Kommission „antisemitisch und anti-israelisch“
Schließlich habe sich die Kommission in der Vergangenheit „antisemitisch und anti-israelisch“ geäußert. Einer der Vertreter, der Inder Miloon Kothari, hatte sich 2022 entschuldigt, nachdem er in einem Interview von einer „jüdischen Lobby“ gesprochen hatte.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele