Schmählicher 5. Platz. Von der zitternden Kanzlerpartei war hier gestern die Rede – Zittern auch um das Ergebnis der Gemeinderatswahl in Innsbruck. Es drohe die nächste Schlappe, der aus Wien nach Hause beorderte Ex-Digitalisierungs-Staatssekretär Florian Tursky von der ÖVP könnte am Wahlabend mit leeren Händen dastehen. Sie waren dann noch leerer als es sich die österreichische Kanzlerpartei und Tiroler Landeshauptmannpartei in ihren schlimmsten Albträumen vorstellen hätten können: In der Bürgermeister-Direktwahl, bei der der umstrittene Amtsinhaber Georg Willi von den Grünen mit knapp 23 Prozent Platz 1 erreichte, kam Tursky mit 10 Prozent nur auf den schmählichen fünften Rang. Geschlagen wurde er unter anderem vom Ex-ÖVP-ler Johannes Anzengruber (19 Prozent), der nun in zwei Wochen in eine Stichwahl gegen Willi geht. Klar vor Tursky platzierten sich auch die Kandidaten von FPÖ und SPÖ. Wobei die blauen Bäume wie schon zuletzt in Salzburg auch in Innsbruck nicht wirklich in den Himmel wuchsen. Und das hat – nicht so dramatisch wie in Salzburg, aber doch in einer gewissen Ähnlichkeit mit dem Erfolg einer anderen Partei am Rand des politischen Spektrums zu tun.
Keine guten Leute. Die KPÖ, bisher in Tirol ganz und gar nicht präsent, erreichte bei der Gemeinderatswahl am Sonntag zwar kein Salzburger oder Grazer Ergebnis – aber fast sieben Prozent sind nicht zu übersehen, erreichen die ganz Linken doch immerhin praktisch aus dem Nichts kommend in der Tiroler Landeshauptstadt fast halb so viele Stimmen wie die Rechten von der FPÖ. Womit sich einmal mehr die Annahme bestätigt, dass nicht wenige Wähler, die es „denen da oben“ zeigen wollen, nicht unbedingt allein auf die FPÖ fixiert bleiben müssen, sondern ihr Kreuzerl mitunter auch am anderen Ende des politischen Bogens malen. Die meiste Aufmerksamkeit „genießt“ nach diesem Wahltag aber einmal mehr die Volkspartei. Die schlechten Ergebnisse in Salzburg und nun auch Innsbruck wären weiter kein Thema, „wären diese kleinen Niederlagen nicht bezeichnend für das große Problem der ÖVP“, kommentiert Claus Pándi heute in der „Krone“. Er schreibt: „Seit Sebastian Kurz die Marke ,Volkspartei´ beschädigt hat, finden sich für diese Partei keine guten Leute mehr.“ Freilich fallen ihm gleich auch Kandidaten aus der SPÖ und FPÖ ein, die gut in die Kategorie „keine guten Leute“ fallen. Ein Trauerspiel.
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