14.08.2012 16:47 |

"Eine Sensation"

Deutscher überlebt knappe Woche in Gletscherspalte

Ein Deutscher hat eigenen Angaben zufolge nach einem Absturz knapp eine Woche lang in einer Gletscherspalte am Schrankogel in Tirol überlebt. Der 70-jährige Mann war bei seiner Bergung lediglich leicht verletzt, allerdings unterkühlt und erschöpft, berichtete die Alpinpolizei. Ein Hüttenwirt bestätigte der "Krone", dass der Alpinist am 8. August aufgebrochen sei. Gefunden wurde er am Dienstag.

Der Bayer selbst berichtete, er sei vor rund einer Woche alleine vom Westfalenhaus in den Stubaier Alpen aufgebrochen. Er habe den Längentaler Ferner überqueren wollen. Auf rund 3.000 Metern Seehöhe stürzte er dann in die 20 Meter tiefe Spalte. Eine Schneebrücke hatte wohl auf der an sich "spaltenarmen" Route nicht standgehalten.

Die Hilfeschreie des Verunglückten wurden schließlich Dienstagmittag von vorbeikommenden Alpinisten wahrgenommen. Sie alarmierten die Einsatzkräfte, die den Verletzten - er hatte unter anderem Schürfwunden am Kopf - auf seinem Rucksack sitzend vorfanden. Nach der Erstversorgung vor Ort wurde der Deutsche per ÖAMTC-Hubschrauber in die Universitätsklinik Innsbruck geflogen - es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, hieß es.

"Eine Sensation, das zu überleben"
"Der Mann hatte großes Glück", meinte ein Alpinpolizist. In der Gletscherspalte sei er vor Wind geschützt gewesen - kalt und nass war es freilich dennoch. "Es ist eine Sensation, eine Woche dort zu überleben", so der Beamte. Der Bayer habe zwar keine Steigeisen dabeigehabt, sei aber ansonsten gut ausgerüstet gewesen.

"Der Hunger war nicht das Problem, am meisten litt ich unter der Kälte und Durst. Es war schwierig, das Eiswasser aufzufangen", berichtete der 70-Jährige den Bergrettern. Einmal mehr appellieren diese nun an Alpinisten, Gletscher nicht ungesichert zu betreten. Der Deutsche habe eine ganze Armee Schutzengel gehabt.

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