Ein neunfacher Familienvater (53) muss sich am Dienstag wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. Er soll im Oktober in Salzburg auf der Straße mindestens 13 Mal mit einem Küchenmesser auf seine Ehefrau (43) eingestochen haben. Er gestand die Tat. Ein Urteil könnte noch heute fallen.
Der Vorfall löste größe Bestürzung aus: Ein Somalier stach am 6. Oktober vergangenen Jahres in der Sterneckstraße in Salzburg-Schallmoos in aller Öffentlichkeit auf seine 43-jährige Ehefrau ein. Heute, Dienstag, muss sich der 53-Jährige vor einem Geschworenengericht wegen versuchten Mordes verantworten. Er gestand die Tat, sein Anwalt plädierte auf versuchten Totschlag. Die Frau erlitt Stichverletzungen, die lebensbedrohlich waren. Staatsanwältin Ricarda Eder sprach von einer Beziehungstat und von einem versuchten Femizid.
Der bis dato unbescholtene Somalier wollte seine Frau in der Früh auf dem Weg zur Kinderbetreuungsstätte zunächst überreden, wieder in die gemeinsame Wohnung zurückkehren zu dürfen. Weil er seine Frau im September 2023 körperlich attackiert und dann in weitere Folge noch am Telefon gefährlich bedroht und genötigt haben soll, durfte er die Wohnung zu dem Zeitpunkt aber nicht betreten oder sich ihr nähern.
13 Mal stach er auf die Frau ein - sie überlebte
Auf dem Gehsteig in der Sterneckstraße kam es am 6. Oktober dann zu einer Auseinandersetzung. Als die Frau seiner Forderung nach einer Rückkehr in die Wohnung nicht zustimmte, zog der Mann vor der Kinderbetreuungsstätte ein Messer mit einer sechs Zentimeter langen Klinge aus der Hosentasche. Er stach ihr in den Bauch, in die Brust, ins Gesicht und in die Arme - insgesamt 13 Mal. Wäre eine mutige Zeugin nicht eingeschritten und die Polizei nicht zufällig gleich zur Stelle gewesen, wäre die Frau jetzt nicht mehr am Leben, betonte Staatsanwältin Eder. Laut psychiatrischem Gutachten war der 53-Jährige zur Tatzeit nur eingeschränkt zurechnungsfähig.
Der Beschuldigte ist seit 19 Jahren mit dem Opfer verheiratet. Er bestritt bei dem Prozess am Landesgericht allerdings einen Tötungsvorsatz. „Ich gebe zu, dass ich die Tat begangen habe. Bis heute weiß ich nicht, wo genau ich sie gestochen habe. Warum ich das gemacht habe, kann ich mir nicht erklären“, sagte er zur vorsitzenden Richterin Ilona Schalwich-Mozes. „Mir ging es nur um meine Kinder. Ich wollte nach Hause zurückkehren.“
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