Mo, 18. Juni 2018

Nach Cup-Pleite

07.05.2012 09:40

Austria-Spieler planten Revolte gegen Ivica Vastic

Nach der Niederlage bei der Admira hat es die Austria nicht mehr selbst in der Hand, Platz drei zu erreichen, ist auf Schützenhilfe anderer angewiesen - und natürlich auf eigene Siege. Jetzt geht's zweimal daheim weiter (Wiener Neustadt, Mattersburg), Ruhe gibt es aber in Favoriten keine, hinter den Kulissen brodelt es.

Noch ist das violette Fass nicht ganz übergelaufen, die Fans zeigten beim 2:3 in der Südstadt ihren Unmut mit einer leeren Tribüne, Transparenten und einer Blockade des Busses, der befürchtete Platzsturm blieb aus. Die Spieler stellten sich den enttäuschten Anhängern zwar, konnten diese aber nicht beruhigen.

Im Mittelpunkt der Kritik steht ein Mann: Trainer Ivica Vastic. Ihm wird angekreidet, dass er keine Mannschaft gefunden hat, ständig seine Systeme wechselt. Auch intern gibt's Kritik am Trainer: Dass Vastic beim Training mit einigen Spielern in seiner Muttersprache Kroatisch spricht, kommt beim Rest der Mannschaft nicht gut an. Und dass er vorm Spiel in der Südstadt in der Kabine gesagt haben soll, er wäre mit einem Punkt zufrieden, löste bei vielen Kopfschütteln aus.

Für Revolte zu feig?
Der Riss zwischen Trainer und Mannschaft ist fast nicht mehr zu kitten - die "Krone" erfuhr, dass die Spieler am Tag nach dem Cup-K.-o. in Ried das Gespräch mit Sportchef Thomas Parits suchen wollten, um ihm mitzuteilen, dass sie mit dem Trainer nicht mehr können. Doch als es zum Gespräch kommen hätte sollen, verließ viele der Mut.

Das nächste Dilemma in Violett: Es fehlen in der Mannschaft Spieler mit Charakter. Das sieht man auf dem Feld, das zeigt auch die letztendlich doch nicht stattgefundene "Revolte". Im Dilemma stecken auch die Bosse: Parits und Wirtschafts-Vorstand Markus Kraetschmer schlugen Vastic als Daxbacher-Nachfolger vor, müssen nun ihre "Erfindung" verteidigen. Und vom AG-Aufsichtsrat, der die Vastic-Installierung einstimmig genehmigte, ist nichts zu hören. Jeder trägt eine Teilschuld am Trauerspiel, das die Austria derzeit abliefert - wehe, wenn es nichts mit Europa wird.

Den ganzen Kredit verspielt
Aber auch wenn Vastic noch den Europacup-Startplatz schafft und sich sein Vertrag damit automatisch um ein Jahr verlängert, wartet eine schwierige Entscheidung auf den Verein: Soll man mit einem Trainer, der bei der Mannschaft und den Fans fast den ganzen Kredit verspielt hat, in die nächste Saison gehen? Nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine moralische Frage.

Die Querelen können an Vastic nicht spurlos vorübergehen, die teilweise übertriebenen und hasserfüllten Transparente der Fans hat er sich auch nicht verdient. Dass der Mensch Vastic unter seiner Situation bei Violett leidet, bestreitet keiner - wie lange er sich selbst das antun will und wird?

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