Katias Kolumne

Was man Strache hoch anrechnen muss

Kolumnen
29.11.2023 12:00

Österreich ist eine Nation der Sesselkleber. Wenn man so zurückblickt, ist es da Heinz-Christian Strache nach dem Ibiza-Debakel eigentlich hoch anzurechnen, dass er doch recht schnell den Hut genommen hat. So absurd es klingt: Von ihm kann sich der ein oder andere Politiker eine dicke Scheibe abschneiden!

Denn dass nach den Pilnacek-Leaks bei der ÖVP keinerlei Schuldbewusstsein zu spüren ist, grenzt schon an ein Kunststück. Das bedeutet freilich nicht, dass die Partei sich nun die im Raum stehenden Vorwürfe gefallen muss: aber zumindest für die fatale Optik in den letzten Jahren wären zumindest ein kleines „Sorry“ angebracht …

Chapeau!
Angesichts des derzeitigen Erklärungs-Spagats muss man selbst einen Heinz-Christian Strache positiv hervorheben. Er hat nach seiner alkoholgetränkten Unterleiberl-Peinlichkeit auf Ibiza ohne viel Tamtam entschuldigt und ist zurückgetreten. Das war angesichts der Allmachts-Fantasien à la Orban nur notwendig. Und das hat er - zumindest für das erste halbe Jahr - richtig erkannt und gehandelt. Chapeau!

Österreichs Politiker - schwer im Abgang
Denn selbstverständlich ist das nicht. Eine ordentliche Rücktrittskultur gab es bei uns in Österreich nämlich noch nie. Unsere Politiker sind schwer im Abgang. Wie wir aus der Vergangenheit wissen, hielten den ein oder anderen Politiker selbst Ermittlungen nicht davon ab, sich noch als Volksvertreter zu gerieren. Dass man zurücktritt, weil man die moralischen Werte der Politik verletzt hat? Da ist in jüngster Zeit kein Fall erinnerlich.

Tipp: Durchtauchen!
Wenn man es den Politikern positiv auslegen will, hat das nicht unbedingt nur etwas mit mangelndem Schuldbewusstsein zu tun. Einer der Gründe, warum viele selbst bei erdrückender Lage bleiben, ist die gesellschaftliche Ächtung und die Schmach danach. Welches Unternehmen in der Privatwirtschaft will einen denn nach einem Rücktritt noch? Da bleibt man lieber sitzen und taucht durch …

Warum man so ungern die Politik verlässt
Auch die finanzielle Komponente kann nicht außer Acht gelassen werden. Die Politik ist für viele eine sichere und unglaublich lukrative Einkommensquelle, für die man keinerlei Qualifikation braucht. In welcher Branche gibt es das sonst noch?

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