Metalllatte. Jahr für Jahr sind es die Metaller, die mit den Lohnverhandlungen starten. Jahr für Jahr sind die Abschlüsse für die Metaller die Messlatte für alle anderen Branchen. Mit umso größerer Spannung war erwartet worden, wie hoch die Metallergewerkschafter heuer die Lohnlatte legen würden. Seit Montag Mittag ist die Katze aus dem Sack: 11,6 Prozent mehr Lohn, weil es, so Chefverhandler Reinhold Binder, eine „spürbare und nachhaltige“ Erhöhung brauche, um die realen Einkommensverluste auszugleichen. Was Christian Knill, Chef des Fachverbandes, reflexartig als überzogen und nicht umsetzbar ablehnte, weil jedes dritte Unternehmen in der Metallindustrie heuer ein negatives Betriebsergebnis erwarte und man seit Monaten in einer Rezession stecke. Hinter vorgehaltener Hand hieß es jedoch, dass man eigentlich eine noch höhere Forderung befürchtet hatte. Die Blicke richten sich nun auf die voraussichtlich wochenlangen Verhandlungen. Die Metalllatte ist entscheidend - aber Abschlüsse in zweistelliger Höhe, so viel darf man annehmen, könnten so manchem Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen den Garaus machen.
Impfende Apotheker. Gesundheitsminister Johannes Rauch von den Grünen ist über die niedergelassenen Ärzte verärgert, weil sie Impfungen nicht so übernehmen, wie er sich das vorstellt, der Start der Corona-Impfung etwa funktioniert nicht reibungslos. Daher überlegt Rauch laut, Impfen in Apotheken zu ermöglichen. „Wir haben in Österreich eine Vielzahl von Apotheken, die durchaus in der Lage wären, das anzubieten. Wenn’s dann im niedergelassenen Bereich nicht klappt, dann werden wir es halt dort organisieren müssen“, sagte er. Die Ärztekammer wies die Kritik umgehend zurück, schuld seien nicht die Ärzte, sondern der fehlende Impfstoff. Wetten, dass wir nicht so bald impfende Apotheker erleben?
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