„Djoker“ hat geweint

Melzer hält einmaligen Rekord gegen Djokovic

Tennis
13.09.2023 10:07

Jürgen Melzer hatte einst im French-Open-Viertelfinale 2010 gegen Djokovic einen 0:2-Satzrückstand noch in einen Fünfsatz-Sieg verwandelt. Es war sein im Rückblick wohl größter Sieg. Einer, den auch Djokovic nie vergessen wird. Rund zehn Jahre später gab der Serbe mit Blick auf dieses Match tiefe Einblicke. „Ich habe nach diesem K.o. geweint. Es war ein böser Moment, ich wollte mit dem Tennis aufhören, weil alles, was ich gesehen habe, schwarz war“, gestand Djokovic damals Sky Sports Italia.

Absoluter „fun fact“: von allen 409 Grand-Slam-Matches von Djokovic (aktuell 361 Siege, 48 Niederlagen) war dies die einzige (!) Niederlage des Serben nach einer 2:0-Satzführung.

„Wenn er gegen so einen Schlechten wie mich verliert, wollte er schon aufhören, ein Wahnsinn gell?“, erinnerte sich Melzer mit einem Lachen. Bis heute werde dies im englischen TV immer wieder einmal erwähnt, wenn Djokovic 2:0-Sätze führt und er den dritten Satz verliert. „Da kommt immer, der einzige der... Herrlich!“

Jürgen Melzer (Bild: GEPA pictures)
Jürgen Melzer

Melzer gibt Prognose ab
Darum darf Melzer als Inhaber dieses einzigartigen Sieges über Djokovic auch eine Prognose abgeben, was er dem nun 24-fachen Grand-Slam-Sieger noch zutraut. „Ich habe gesagt, dass er mit 28 oder 29 (Grand-Slam-Titeln) aufhören wird. Diese Zahl ist realistisch, dass er in den nächsten zwei Jahren mindestens noch zwei jedes Jahr gewinnt“, glaubt der ÖTV-Sportdirektor.

Das Alter spielt dabei nur bedingt eine Rolle, glaubt auch der heute 42-jährige Melzer. „Dieser abgedroschene Spruch „age is just a number“ - es ist einfach so. Der Beste ist im Moment 36 Jahre alt. Wenn die Jungen es nicht schaffen, da in die Nähe zu kommen, wird der Beste mit 38 auch immer noch Djokovic heißen.“

Alcaraz „der Einzige“
In den Jahren 2021 und 2022 sah Melzer die jüngere Generation noch eher an der Wachablöse dran. Andererseits hat Djokovic wegen seiner Weigerung, sich gegen Corona impfen zu lassen, auch einige Grand Slams auslassen müssen. „Im Moment ist Alcaraz der Einzige, der wirklich mithalten kann.“

Dazu spielt freilich auch hinein, dass viele Spieler mit dem Potenzial zu weit mehr, in ihrer Entwicklung etwas steckengeblieben sind. Teils durch Verletzungen wie Dominic Thiem oder Alexander Zverev, aber auch ein Stefanos Tsitsipas, ein Jannik Sinner etc. hätten nicht den Schritt gemacht, den sie sich erhofft haben.

Keine Sorgen
„Ich glaube, dieses Niveau eines Djokovic, Federer, Nadal, Murray - die Leute, die alle so konstant auf dem Niveau gespielt haben - da sieht man halt, was für Ausnahmeathleten und was für eine Ausnahme-Zeit das war.“

Sorgen um große Duelle macht sich Melzer auch für die Zeit nach den „big three“ keine: „Es werden wieder Junge nachkommen: gegen einen Ben Shelton in zwei Jahren auf Rasen oder Hartplatz muss ich jetzt auch nicht spielen, wenn der 150 Meilen serviert. Jede Generation wird da ihre match-ups kreieren. Vielleicht Tiafoe-Alcaraz, Sinner-Alcaraz. Aber im Moment muss man fairerweise anerkennen: der Beste ist noch der Djokovic.“

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(Bild: KMM)



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