Dass Kostelic trotz der klaren Hujara-Entscheidung weiter am regelkonformen Zustandekommen des Sieges in Zagreb zweifelt, kann der ÖSV-Jungstar nicht verstehen. "Das ist weder sein noch mein Job. Dafür gibt's einen Renndirektor und eine Jury", sagte Hirscher, der nun in einem persönlichen Gespräch klären will, warum ihm der Kroate nicht glaubt, dass Einfädler für ihn aufgrund seines extremen Fahrstils sehr schwer zu bemerken sind. "Das will ich nicht auf mir sitzen lassen", kündigte der 22-Jährige an.
Kroatiens Verbands-Vertreter Miho Glavic will die Wogen indes glätten und versicherte: "Das Verhältnis zwischen dem österreichischen und kroatischen Verband ist stets freundschaftlich."
Feind im eigenen Lager?
Erledigt ist die Angelegenheit für Hirscher jedenfalls noch lange nicht. "Ich möchte wissen, aus welcher Ecke das gekommen ist", stellte Hirscher nach den wohl aus dem eigenen Lager verschickten anonymen SMS klar. Es scheint weiterhin wahrscheinlich, dass sich der "Feind" im eigenen, also im österreichischen Team befindet. Ein weiterer eindeutiger Beweis dafür, dass Skifahren weit weg von einem Mannschaftssport, sondern viel mehr knallharter Einzelsport ist. "Es ist schon sehr komisch, dass die Sache ausgerechnet vor Kitzbühel und Schladming rauskam. Das gibt mir schon zu denken", gestand Hirscher.
Keine Zeit zum Durchschnaufen
Zeit zum Durchschnaufen bleibt fast keine. Seit Sonntagabend ist Hirscher in Schladming, wo bereits am Dienstag (ab 17.45 bzw. 20.45 Uhr im krone.at-Liveticker) das Flutlicht-Spektakel auf dem Programm steht. Die Serviceleute tüfteln weiter an der Material-Abstimmung, um das stets präsente Risiko eines Einfädlers zu reduzieren. Den in Kitzbühel verpassten Spitzenplatz will er jetzt im Nightrace auf der Planai nachholen. "Schladming ist ein spektakuläres Rennen. Eine Stimmung wie hier gibt einem Athleten viel Kraft", meinte Hirscher.
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