Mo, 23. Juli 2018

Munition verballert

04.12.2011 20:03

Neuer Wirbel um Bundesheer-Einsatz im Tschad

Der vom Rechnungshof aufgedeckte Munitionsschwund beim EUFOR-Einsatz im Tschad (2008/09) birgt offenbar genug Zündstoff für wüste Spekulationen. Sogar von vertuschten "Staatsgeheimnissen" um von Österreichern getötete Rebellen ist die Rede. Tatsächlich wurde die vermisste Munition in der Wüste verballert...

"Ein RH-Bericht beleuchtet unfreiwillig ein Staatsgeheimnis: Österreichische Soldaten töteten im Tschad Rebellen." Unter diesem Titel berichtet das "profil" von "massiven Feuergefechten des Jagdkommandos und mehreren Toten". Betrachtet man den Fall von beiden Seiten, so erhält er ein ganz anderes Profil. Offenbar suchen selbsternannte Experten nach Erklärungen für den Schwund von Munition im Wert von 250.000 Euro. Und "ständige (verheimlichte) Feuergefechte mit Rebellen" klingen aufs Erste eben als profitable Erklärung...

Bericht unmittelbar nach Überfall
Fakt ist, dass das Verteidigungsministerium gleich nach dem Überfall bei Abeche (Tschad) im August 2008 darüber berichtet hat. Und wie Generalleutnant Segur-Cabanac, oberster Einsatzchef des Heeres, bestätigt, "wurde der Fall von einer EUFOR-Kommission untersucht". Das Ergebnis: Der präsentierte Tote und angeblich Erschossene wies keinen einzigen Einschuss auf und war bereits seit 24 Stunden tot. Weitere Klarstellung: "Es gab keine weiteren derartigen Vorfälle unter Beteiligung unserer Soldaten."

"Sollte es ernsthafte Hinweise geben, prüfen wir sie sofort", gibt sich Segur gelassen. Wie bei allen Auslandseinsätzen (Kosovo oder Libanon) besteht für jeden Soldaten auch die Nothilfe-Pflicht. Das heißt, die Soldaten müssen helfen, sobald jemand in seiner "physischen Integrität" - sprich lebensgefährlich bedroht - ist.

Tatsächlich dürften Soldaten im Tschad die Gelegenheit in der Wüste wahrgenommen haben, um zwischen den Patrouillen eine exzessivere Schießausbildung zu betreiben - kurzum, es wurde zu viel Munition verballert. "Der ungeklärt hohe Munitionsverbrauch ist Gegenstand von Untersuchungen in der Disziplinarabteilung", so die Erklärung.

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