Rettung blockiert

Verfahren gegen Letzte Generation eingestellt

Österreich
09.06.2023 19:07

Die Staatsanwaltschaft Wien hat das Verfahren gegen Mitglieder der Letzten Generation nach einer Aktion im Mai eingestellt. Der Klimagruppe wurde damals vorgeworfen, ein Rettungsauto blockiert zu haben. Der Patient starb trotz Reanimation noch am Einsatzort.

Aus der Dokumentation der Polizei gehe nicht hervor, ob die Aktivistinnen und Aktivisten den Rettungswagen gesehen hätten oder nicht, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien. „Es hat sich zudem herausgestellt, dass das niederösterreichische Fahrzeug in jedem Fall das Schnellere gewesen wäre.“ Der Notarztwagen war damals auf dem Weg nach Schwechat.

Wie berichtet, hatte die Letzte Generation am 10. Mai gegen 8 Uhr am Verteilerkreis den Frühverkehr blockiert. Ein Rettungsauto steckte dann einige Minuten später in der Grenzackerstraße fest, nur 250 Meter vom Protestort entfernt. Parallel dazu wurden auch ein Rettungswagen des Niederösterreichischen Roten Kreuzes und ein Christophorus-9-Notarzthubschrauber alarmiert, die kurz nach 8 Uhr am Einsatzort eintragen. „Wir haben den Patienten dann mehr als eine Stunde reanimiert“, sagte ein Sprecher des Niederösterreichischen Roten Kreuzes. Der Mann sei aber trotz aller Bemühungen um 9.14 Uhr für tot erklärt worden.

Aktivisten wurden nicht informiert
Der Rettungswagen konnte laut Polizei erst nach ihrem Einschreiten weiterfahren. Man sei aber nicht auf die Protestierenden zugegangen, hieß es. Vier von ihnen wurden dennoch wegen „Gefährdung der körperlichen Sicherheit“ angezeigt. Inzwischen wurde bekannt, dass die Ermittlungen eingestellt werden. „Etliche Medien haben uns die Schuld am Tod eines Mannes gegeben. Politiker haben die Gelegenheit genutzt, uns zu diffamieren und uns als Terroristen bezeichnet“, kritisierte Marina Canaval von der Letzten Generation am Freitag.

Vorwürfe zurückgewiesen
Die Gruppe wies den Vorwurf bereits im Mai zurück, gab aber zu, dass ein „Fehler passiert“ sei. Man habe die Rettung nicht, wie sonst üblich, über den Protestort informiert. Die Wiener Berufsrettung verwies am Freitag darauf, dass die Kommunikation stets neutral und ohne Schuldzuweisung geführt worden sei. Die Landespolizeidirektion Wien verteidigte sich, keine Falschinformationen verbreitet zu haben. Es obliege immer der Staatsanwaltschaft, die Situation rechtlich zu beurteilen.

Die Klimaschutzgruppe geriet nach dem Vorfall massiv in die öffentliche Kritik. So wurden immer wieder härtere Strafen für Blockaden oder ein schärferes Versammlungsgesetz gefordert.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.



Kostenlose Spiele