Es spricht der Präsident. (Wieder-)Gewählt wurde der Bundespräsident zwar von einer Mehrheit der Österreicher, aber er muss nicht immer die Mehrheitsmeinung vertreten. Denn während laut „Frage des Tages“ der „Krone“ am Neujahrstag mehr als zwei Drittel meinen, 2023 werde nicht besser als 2022, gab sich Alexander Van der Bellen in seiner Neujahrsansprache als Optimist und Mutmacher. Er appellierte an die Österreicher, wegen zahlreicher Befürchtungen und negativer Erwartungen kein vorschnelles Urteil über das Jahr 2023 zu fällen. Es sei wichtig, „dass man die Hoffnung zulässt und dass man auch zulässt, die guten Dinge zu sehen“. Daher sei „Aufgeben, bevor das neue Jahr überhaupt begonnen hat“, kein guter Weg für 2023. Während er über das gerade begonnene Jahr nicht kritisch urteilen möchte, tut er das über die Regierung, die er im alten Jahr bereits zur „innenpolitischen Generalsanierung“ aufgefordert hatte. Diese Generalsanierung habe noch immer nicht begonnen, monierte der Bundespräsident, der diese Rüge mit deutlichen Worten unterstrich: „Die Österreicher warten darauf. Und ich auch.“ In diesem Punkt, so viel ist sicher, vertritt er eindeutig die Mehrheitsmeinung!
Es spricht die Musik. Während sich der Bundespräsident an die Österreicher wendet, richtet sich das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker an die ganze Welt. Besonders schön, wenn wie gestern mit Franz Welser-Möst ein Österreicher am Pult steht. Der dann auch noch mit dem Nietzsche-Zitat „Leben ohne Musik ist ein Irrtum“ den rund 50 Millionen Zuschauern an den TV-Geräten in knapp 100 Ländern „Prosit Neujahr“ wünschte. „Wie beglückend!“, schreibt darüber „Krone“-Kultur-Doyen Karl-Heinz Roschitz: „Erstmals konnte das Neujahrskonzert nach der Pandemie wieder ohne Beschränkungen stattfinden, erstmals durften die Wiener Chormädchen auftreten, erstmals spielte das Orchester viele unbekannte Stücke der Strauß-Dynastie, Suppés und Hellmesbergers, die Welser-Möst während der Pandemie für sich entdeckt hat.“ Mit dem gestrigen Neujahrskonzert wollten die „Wiener“, wie Roschitz anmerkt, „eine Friedensbotschaft an alle Länder senden, die sich im Krieg befinden und wo Krieg droht. Eine Botschaft der Hoffnung, der Zuversicht und der Liebe, bei der die Musik Trösterin ist.“ Das Publikum war begeistert, feierte Welser-Möst und sein Team mit stehenden Ovationen. Und Musik-Kenner Roschitz feiert Welser-Möst und die Philharmoniker mit der Höchstnote: 5 Kronen! Die musikalische Botschaft - sie ist also angekommen. Wenn das bei der Friedensbotschaft auch gelingen würde…
Kommen Sie gut durch den Montag!












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