Behörde schlägt Alarm

Scharlach-Welle: Neun britische Kinder verstorben

Ausland
08.12.2022 11:13

In Großbritannien gibt es derzeit eine Häufung von Streptokokken-Infektionen, die vor allem für Kinder gefährlich sein können. Die Bakterien können vor allem Scharlach auslösen - neun Kinder sind bereits verstorben. Besonders tragisch ist dabei ein Fall aus Nordirland: Ein Vater wurde mit seiner kranken Tochter zweimal vom Spital abgewiesen, weil das Personal dachte, die Fünfjährige sei nur dehydriert. Als Stella Lily zum dritten Mal ins Krankenhaus gebracht wurde, stellten die Ärzte schließlich fest, dass sie Scharlach hat. Wenige Tage später war das Mädchen tot.

Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA rief Eltern und Ärzte aufgrund der Streptokokken-Welle auf, wachsam zu sein. Infektionsfälle sollen schnell gemeldet werden, bei unklarer Diagnose seien Labortests und Quarantäne unverzichtbar, um die Scharlach-Welle einzudämmen.

Britische Ärzte werden dazu angehalten, bei Verdachtsfällen von A-Streptokokken wachsam zu sein. (Bild: uly.u.v /stock.adobe.com)
Britische Ärzte werden dazu angehalten, bei Verdachtsfällen von A-Streptokokken wachsam zu sein.

„Mami, ich fühle mich, als würde ich sterben“
Dieser Rat kommt für Stella Lily leider zu spät. Ihr Vater Robert McCorkindale fuhr zwar zweimal mit dem erkrankten Mädchen ins Kinderspital, die Ärzte vermuteten jedoch nichts Schlimmes. Sie solle einfach nur mehr trinken, da sie dehydriert sei, sagten sie und schickten die beiden nach Hause. Dort verschlimmerte sich der Zustand der Kleinen, bis sie ihrer Mutter sagte: „Mami, ich fühle mich, als würde ich sterben.“ Erst beim dritten Besuch im Krankenhaus stellten die Mediziner schließlich eine Infektion fest.

Familie trauert auf Facebook um verstorbenes Mädchen
Stella Lily kam auf die Intensivstation, in der Nacht brach der Körper des Mädchens zusammen, sie musste wiederbelebt werden und wurde anschließend ins künstliche Koma versetzt. Trotz einer Behandlung mit Antibiotika starb das Kind vier Tage später am 5. Dezember. „Sie war ein wunderschönes, süßes, liebevolles und lustiges kleines Mädchen, das so hart darum gekämpft hat, bei uns zu bleiben, sie war zu gut für diese Welt. Unsere Familie wird nie wieder dieselbe sein“, schrieb ihre Tante auf Facebook. Der Fall wird nun untersucht - es soll überprüft werden, ob es Fehler bei den Behandlungsschritten gegeben hat.

Es ist noch nicht geklärt, warum es heuer eine Häufung von Infektionen mit A-Streptokokken in Großbritannien gibt. Experten denken, dass viele Kinder wegen der Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie weniger immun sind als in den Jahren zuvor. Im Winter 2017/18 hatte es zuletzt eine Scharlach-Welle gegeben. Damals waren vier Kinder in England verstorben.

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