24.11.2022 09:19 |

Anschlag auf LGBTQ-Bar

Anwälte: Schütze ist nicht-binäre Person

Nach dem Angriff auf einen LGBTQ-Nachtclub in Colorado Springs im US-Bundesstaat Colorado mit fünf Toten sind nun erste Details über den festgenommenen Verdächtigen bekannt geworden. Wie seine Anwälte vor einer ersten Gerichtsanhörung am Mittwoch bekannt gaben, bezeichnet sich der 22-Jährige selbst als nicht-binäre Person, fühlt sich also weder eindeutig als Mann noch als Frau. In der LGBTQ-Community werden aber Zweifel an dieser Darstellung laut. Vielmehr wird eine Verteidigungsstrategie dahinter vermutet.

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Bisher schweigt der in Untersuchungshaft sitzende junge Mann zu seiner Tat. Bei einer ersten kurzen Gerichtsanhörung am Mittwoch war er per Video zugeschaltet. Der Verdächtige saß in orangefarbener Häftlingskleidung im Bezirksgefängnis und sprach nur, um zu bestätigen, wie er heißt und dass er über seine Rechte informiert wurde. Seine Anwälte hatten das Gericht bereits im Vorfeld schriftlich über seine nicht-binäre Geschlechtsidentität informiert. Die Verletzungen, die dem Mann von Lokalgästen während seiner Ergreifung zugefügt worden waren, waren eindeutig zu sehen (siehe Tweet unten).

US-Medien berichteten zudem, der Verdächtige habe eine schwierige Kindheit gehabt. Seine Eltern sollen sich getrennt haben, als er zwei Jahre alt war. Beide Eltern hatten demnach Drogenprobleme. Als Jugendlicher nahm der heute 22-Jährige einen neuen Namen an.

Vater: „Es gibt keine Schwulen bei den Mormonen“
Der Vater des Verdächtigen, der nach eigenen Angaben früher als Pornodarsteller gearbeitet hatte und jetzt Kampfsport-Trainer ist, sagte im Sender CBS, er habe seinen Sohn früher für gewalttätiges Verhalten „gelobt“. „Ich habe ihm gesagt, dass es funktioniert“, sagte er. Der „New York Times“ gegenüber gab der Vater offen zu, dass er seinem Sohn gegenüber auch seine starke Abneigung gegenüber Homosexuellen zum Ausdruck gebracht habe. Auf CBS sagte er: „Es gibt keine Schwulen in der Kirche der Mormonen.“

Zweifel an Darstellung der Anwälte
Eine Freundin eines der Opfer, welches sich am Samstag unter den zahlreichen Gästen des Club Q befunden hatte, als der Gedenktag für die „Opfer von Transfeindlichkeit“ mit einer Drag-Queen-Show gefeiert wurde, brachte in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN ihre Zweifel zum Ausdruck. „Das ist lächerlich. Das ist verletzend. Wenn man sich seine Fotos ansieht, ist es offensichtlich, dass er ein Mann ist.“ „Warum sollte man außerdem als Nicht-binärer einen Platz angreifen, wo man sich sicher fühlen kann?“, fragte die nicht-binäre Frau.

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