Wachen sind hilflos

Staatsanwalt bestätigt täglichen Kampf am „Felsen“

Nach dem bislang letzten Vorfall mit zwei verletzten Beamten im Hochsicherheitsgefängnis Stein zeigt die Staatsanwaltschaft Krems, wo es im heimischen Justizsystem wirklich hakt. Widerstand gegen die Staatsgewalt und Attacken sollen am „Felsen“ nämlich an der Tagesordnung stehen ...

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Die Art und Weise, wie eine Gesellschaft mit ihren Schwerverbrechern umgeht, sagt viel über ihren allgemeinen Zustand aus. Das war schon immer so. Doch auch wie ein Rechtsstaat mit den eingesetzten Justizbeamten umgeht, lässt hierzulande tief blicken. Nach dem Vorfall mit einem Schwerverbrecher, der in der Zelle randalierte, und einer Bilanz mit insgesamt drei Verletzten herrscht innerhalb der Belegschaft in Krems-Stein jedenfalls Wut über den fehlenden Rückhalt der offiziellen Vertreter.

Kein Auffälligkeitswert“?
Eine Anfrage bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Krems offenbart jedenfalls tiefe Abgründe im System: „Ein entsprechendes Strafverfahren wurde gegen den Insassen eingeleitet. Widerstand gegen die Staatsgewalt gibt es in Stein aber fast täglich, und verletzte Beamte stehen ebenfalls regelmäßig an der Tagesordnung. Der aktuelle Fall hat keinen Auffälligkeitswert“, erklärt Erster Staatsanwalt Franz Hütter achselzuckend im „Krone“-Gespräch.

Für die betroffenen Beamten – sie wurden übrigens nach einem Kurzaufenthalt im Spital in häusliche Pflege entlassen – wohl keine leicht zu verdauende Ansage. Die Stimmung bei den Wachmannschaften brodelt jedenfalls: „Ministerium und Anstaltsleitung verschließen die Augen vor den wirklichen Problemen. Wir sind am Ende unserer Kräfte, das könnte bald schwere Folgen haben“, befürchtet ein langgedienter Beamter am „Felsen“.

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